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Sentres Magazin – Natur & Umwelt

Flora & Fauna - Mai im Obervinschgau.

Im Wonnemonat Mai ist Hanspaul Menara für sentres im Oberen Vinschgau unterwegs.

An einem sonnigen Maientag führt mich mein Weg in den oberen Vinschgau und damit in jenes Gebiet, das mit Glurns die kleinste Stadt Südtirols besitzt, aber auch eine Reihe von Dörfern, wie Laas, Schluderns, Taufers im Münstertal, Mals, St. Valentin auf der Haide und Reschen.
Der Jahreszeit entsprechend lasse ich die hohen Seitentäler außer Acht und mache meine naturkundliche Exkursion noch in den tieferen Lagen. Dabei besuche ich den Tartscher Bühel ebenso wie den Sisiniushügel bei Laas, und ich folge auch so manchem Urweg und Waalweg.
Das Bild der Vegetation ist im Obervinschgau durchaus vielfältig; es umfasst Fichten-, Lärchen- und Föhrenwälder, naturnahe Wiesen, Reste der einstigen Etschauen und die mageren Trockenhänge - wie etwa die Laaser Leiten - mit ihrer in Botanikerkreisen geradezu berühmten Steppenvegetation.

Blütenmeer

Insgesamt zeigt sich das Tal jetzt in frischem Grün und reicher Blütenpracht. So begegne ich dem Schweizer Schöterich mit seinen gelben Kreuzblüten, der dem Schöterich nicht ganz unähnlichen Wilden Rauke, der stattlichen Echten Hundszunge, dem weiß blühenden Dolden-Milchstern, dem Felsen-Kugelschötchen mit zarten hellblauen Blüten, dem Großen Bocksbart mit seinen besonders schönen gelben Blütensternen, dem filigranen, rosarot blühenden Erdrauch, der nicht weniger zarten Besen- oder Sophienrauke, dem Sommer-Adonisröschen, das schon jetzt seine roten Blüten entfaltet, dem Großen Ehrenpreis mit seinen azurblauen Blütentrauben. Und dann sind da noch Sand-Esparsette, Akelei-Wiesenraute, dunkle Akeleien und so bekannte Arten wie Schöllkraut, Dreiblättriger Baldrian, Knoblauchsrauke oder Margerite.

Die Sänger des Waldes

Auch verschiedenste Bäume und Gehölze säumen meinen Weg: mächtige Lärchen, Pappeln und Weiden, ferner Ahorne und Ebereschen, Traubenkirsche und Robinie, Linde und Walnuss, Schlehdorn und Blasenstrauch, Rote Heckenkirsche und Felsenbirne, Mannaesche, Sanddorn und Wacholder.  
Artenreich und unüberhörbar ist die Welt der gefiederten Sänger. Mönchsgrasmücke, Zilpzalp und Girlitz sind an ihren unverwechselbaren Lautäußerungen erkennbar, in einem Obstanger höre ich den selten gewordenen Ruf des Wendehalses, und ich erspähe sogar einen Wiedehopf, während im Geäst einer Föhre eine Türkentaube leise vor sich hin gurrt.

Weitere Begegnungen

Doch es gibt nicht nur die Vögel. Im Wald verrät mir eine Abwurfstange, dass auch der Hirsch hier zuhause ist, an einem Waalweg lugt eine junge Smaragdeidechse aus ihrem Versteck, über Felspartien huschen Mauereidechsen. Die Welt der Schmetterlinge zeigt sich mit dem unverwechselbaren C-Falter, dem prächtigen Tagpfauenauge, mit Aurorafalter und Ochsenauge, und unermüdlich singen bereits jetzt die Feldgrillen.
Bevor ich heimwärts ziehe, beobachte ich noch am Haider See die Haubentaucher bei ihren bizarren Balzritualen sowie die schwarzen Blesshühner, deren Name nicht etwa ein blasses Aussehen verrät, sondern von der "Blesse" stammt, dem auffallenden weißen Stirnschild. Und dann beschließt noch ein Gang rund um den schönen See meine Naturerlebnisse im oberen Vinschgau.
 

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