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Sentres Magazin – Natur & Umwelt

Flora & Fauna - Juni im Schlerngebiet

Im Schlerngebiet beobachtet Hanspaul Menara das Erwachen der Flora & Fauna. Jetzt beginnt der alpine Sommer.

Gebietsmittelpunkt, Namengeber und in jeder Hinsicht herausragendstes landschaftliches Element ist der Schlern, jener mächtige Tafelberg, dem die nördlich vorgelagerten zwei Felszacken, die Santner- und die Euringerspitze, seine besondere Silhouette verleihen.
Doch unter dem Begriff Schlerngebiet versteht man auch die Siedlungslandschaft am Westfuß des Berges mit den Dörfern Kastelruth, Seis, Völs, Ums und Prösels. Außerdem kann man auch noch Tiers mit dem Tschafatschkamm und den Rosszähnen zum Schlerngebiet im weiteren Sinn rechnen und schließlich natürlich auch noch den westlichen Teil der Seiser Alm und den Puflatsch.

Sommerfest für die Tiere

Bei meiner naturkundlichen Exkursion in dieses Gebiet erlebe ich das Erwachen des alpinen Sommers und damit wohl die schönste Jahreszeit am Berg. Liegt auch noch der Schnee in diesem oder jenem schluchtartigen Graben, so ist der Winter doch im Großen und Ganzen überall vorbei.
Die Wildtiere haben ein paar Monate unbeschwerten Daseins vor sich - Monate, in denen das Gelände mühelos begehbar und der Tisch reich gedeckt ist. Für Alpendohle, Ringdrossel, Murmeltier und Gämse, ja selbst für so winterharte Gesellen wie Schneehase, Schneehuhn und Schneefink ist die schneefreie Jahreszeit eine Wohltat.
Die warmen Sonnenstrahlen bringen auch der Kreuzotter, der ich oben am Jungschlern begegne, ihre Beweglichkeit zurück, in einer kleinen Felsnische hoch über den Baumwipfeln hat der Turmfalke sein schmuckloses Gelege, und gut getarnt liegt irgendwo ein Rehkitz im hohen Gras.

Bunt und bekannt

Ja, der Bergsommer, über dessen Beginn sich schon Oswald von Wolkenstein in seiner schattigen Burg Hauenstein so freute, er umfängt nun das ganze Schlerngebiet. Wenn auch manche Frühlingsblume, wie etwa das Leberblümchen, das am Schlern ungewöhnlich hoch hinaufsteigt, schon verblüht ist, und wenn manch andere berühmte Dolomitenblume mit dem Aufblühen noch etwas zuwartet, wie etwa der Türkenbund - sehr viele Arten entfalten gerade jetzt ihre ganze Formen- und Farbenpracht.
So beispielsweise die Dunkle Akelei im wilden Graben des Frötschbaches, der Bastard-Hahnenfuß weiter oben im Blockwerk, die Schwefelanemone auf den Grashängen des Puflatsch, die Mehlprimeln und die Enziane, die Schlüsselblumen und der Bergbaldrian, das Dolomiten-Fingerkraut und das Steinrösl, die Behaarte Alpenrose und der Petersbart sowie Arnika, Prachtnelke, Kohlröschen und mancher Steinbrech. 

Selten zu sehen

Neben diesen bekannteren oder häufiger vorkommenden Vertretern der Dolomitenflora treffe ich vor allem beim Abstieg auch so manche seltenere oder weniger beachtete Pflanze an, wie etwa die  Quirlblättrige Zahnwurz, die Wachsblume, das Milzkraut, die Alpen-Braunwurz, den Rundblättrigen Steinbrech oder den Streifenfarn. Und gegen Ende des Monats zeigt in den senkrechten Felsen auch die Schopf-Teufelskralle ihre unvergleichliche Schönheit - sie, die mit dem Edelweiß im Wettbewerb steht, die Königin aller Bergblumen zu sein.

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