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Sentres Magazin – Natur & Umwelt

Flora & Fauna - Juli in den Sextner Dolomiten

In den Sextner Dolomiten genießt Hanspaul Menara farbenfrohe Fauna und die Schönheit der Natur.

Nach der üblichen Einteilung der Alpen werden die Berge zwischen dem Hochpustertal im Norden, dem Höhlensteintal im Westen und dem Kreuzbergpass im Osten als Sextner Dolomiten bezeichnet.

Der auf Südtiroler Gebiet liegende Teil der Gebirgsgruppe, der als "Naturpark Drei Zinnen" unter besonderem Schutz steht, ist vor allem von Toblach, Innichen und Sexten aus zugänglich, während zwei kleine Sextner Seitenäste, das Innerfeld- und das Fischleintal, ins Innere und damit auch zu den bekanntesten Felsformationen des Gebirges führen.

Am Fuße der Riesen

Sind die meisten Gipfel, wie etwa der Haunold, die Dreischusterspitze, der Zehner und die berühmten Drei Zinnen, nur versierten Kletterern zugänglich, so ermöglichen Wald- und Almwege, Höhenwege und sogar ein paar leichtere Gipfelanstiege auch dem nicht felserprobten Geher, das Gebirge zu erwandern und näher kennenzulernen.

Eine Juliwanderung in den Sextner Dolomiten heißt für den aufmerksamen Beobachter natürlich auch Begegnung mit der einen oder anderen Tierart. So laufen auch mir am frühen Morgen zwei Rehe über den Weg, oben in der Felsregion erregen Alpen-Braunelle, Rotschwanz und die allgegenwärtigen Alpendohlen meine Aufmerksamkeit, und später beim Abstieg sind es ein paar Bergmolche in einem kleinen Naturteich.

Doch Juli in den Sextner Dolomiten heißt für den Naturfreund vor allem das Erlebnis, das die sogenannte Dolomitenflora vermittelt. Dabei heißt "Dolomitenflora" nicht unbedingt oder höchstens nur zu einem kleinen Teil auch "Felsflora der Dolomiten", und auch die Verbreitungsgebiete der meisten Arten sind nicht nur auf die Dolomiten oder gar nur auf Teile derselben beschränkt.

Farbenfrohe Blütenpracht

Jedenfalls begegne ich bei meiner Naturwanderung noch im Talbereich und an den Waldhängen einigen der bekanntesten Vertretern dieser Alpenflora, wie beispielweise dem Frauenschuh, dem Türkenbund, der Akelei, der Bewimperten Alpenrose. Und ganz besonders zauberhaft ist die Flora im alpinen Rasen- und Zwergstrauchgelände, wo auch die Latschen ausgedehnte Bestände bilden. Kohlröschen, Wundklee, Hornklee, Steinröschen, Fettkraut, Brillenschötchen, Enziane, Labkraut, Ochsenauge, Alpen-Maßliebchen, Storchschnabel, Gelber Eisenhut, Rundblättriges Wintergrün, Drachenmaul, Eisenhutblättriger Hahnenfuß - das sind einige der hier vorkommenden Arten, die jetzt in Blüte stehen. 

Andere kommen zwar ebenfalls noch in der eigentlichen Vegetationsstufe vor, bevorzugen aber doch mehr das felsige Gelände, wie etwa die Alpen-Waldrebe oder die Zwergalpenrose, die größenmäßig im Vergleich zur Bewimperten und erst recht zur Rostblättrigen Alpenrose zwar ein Zwerg sein mag, mit ihren großen Blüten ihre Konkurrentinnen an Schönheit aber durchaus übertrifft.

Einzigartig

Und in den eigentlichen Felsen finde ich das fast nur auf die Dolomiten beschränkte Blaue Mänderle, das Verlängerte Fingerkraut, das Zweiblütige Veilchen, die Teufelskralle und das Edelweiß, das aber auch im Magerrasen zu finden ist. Die Aurikel freilich ist jetzt im Juli leider schon ebenso verblüht wie die Silberwurz.

Dass sich das Leben auch auf rutschigen Geröllhalden zu behaupten vermag, kann man sich kaum vorstellen, und doch ist es so. Hier leuchtet mir der gelbe Alpenmohn entgegen, dort breitet der Sandthymian seine zahllosen Verästelungen aus, ich entdecke die großen weißen Blüten der Dolomiten-Schafgarbe, das Alpen-Leinkraut, das Stängellose Leimkraut, die Alpen-Gänsekresse, den Fettkraut-Steinbrech, das Dolomiten-Fingerkraut, das Gipskraut und die zauberhaften rosaroten Blütenköpfe des Rundblättrigen Täschelkrauts, das seine Wurzen tief ins Geröll bohrt und damit, so wie die anderen Pionierpflanzen, zur Stabilisierung des Gesteinsschutts beiträgt.

Doch der Ausbreitung des Pflanzenwuchses sind natürliche Grenzen gesetzt, und so werden die berühmten Gipfel der Sextner Dolomiten auch weiterhin als nahezu vegetationslose Felsgestalten in den Himmel ragen – allerdings über dunkelgrünen Nadelgehölzen, blühenden Matten und geschmückt mit so mancher faszinierenden Dolomitenblume.

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