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Sentres Magazin – Natur & Umwelt

Flora & Fauna - Jänner im Gadertal

Das winterliche Gadertal verleitet Hanspaul Menara zum Schwärmen.

Klirrende Kälte herrscht in der tiefen Talfurche der Gader, und die Erlen, die neben dem Bach dichte Bestände bilden, sind dick mit Raureif überzogen - "Winterflora" in Form gläserner Eiskristalle. Nur kurz scheint die noch tief stehende Jännersonne in das Tal herein und verwandelt das filigrane Gewirr der Äste und Zweige in einen lichtdurchfluteten Zauberwald. Im Wasser aber, über dem dünne Nebelschwaben liegen, halten sich ein paar Stockenten auf - ihnen macht die Kälte offensichtlich nichts aus. 

Bilder des Winters

Langsam steige ich auf dem verschneiten Weg höher zu den steilen Hängen, wo die Viles, die charakteristischen Weiler des Gadertales, weit über das Land schauen und von senkrechten Dolomitfelsen überragt werden. Am besonders sonnenexponierten, teilweise schneefreien Wiesenhang bilden die Sefensträucher mit ihren zypressenartigen Zweigen und ihrer dunkelgrünen Färbung einen deutlichen Kontrast zur Umgebung, in der im Sommer Feuerlilie, Akelei und Türkenbund blühen, jetzt aber nur abgestorbene Gräser das Bild beherrschen.

Weiter oben stehen inmitten einer Reihe von kahlen Laubbäumen, die einen alten Flurweg säumen, ein paar Ebereschen. Ihre Beeren, die Vogelbeeren, prangen in kräftigem Rot vor den bleichen Felsgipfeln des Sellastocks und tragen lustige weiße Mützen, während unweit davon sich gerade eine Wacholderdrossel über die kleinen Früchte hermacht. Vor der Kulisse des Peitlerkofels zeigt sich ein Trupp Alpendohlen, und auch der Kolkrabe, der größte unserer schwarzen Vögel, fliegt majestätisch und mit gelegentlichem "Klock" durch die Lüfte.

Winterliche Eindrücke

Dann erreiche ich den Höhenrücken hoch über den Tälern, wo sich tief verschneite Bergwiesen hinziehen. Letzte Lärchen stehen da und letzte kleine Fichten, die der viele Schnee zu hübschen Kobolden gemacht hat. Die Stängel des Bärenklaus entragen mit ihren sternförmigen Fruchtständen der weißen Decke, und auf der Kammschneide, wo der eisige Wind den Schnee etwas weggeblasen hat, suchen Schneefinken nach Essbarem. 
  
Langsam nähert sich die Sonne mit ihrem Strahlenkranz dem Horizont, ihr warmes Licht ergießt sich über die glitzernden Schneeflächen. Und für mich wird es Zeit, die winterlichen Gadertaler Höhen zu verlassen und wieder ins Tal zurückzukehren.
 

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