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Sentres Magazin – Natur & Umwelt

Flora & Fauna - In Hinterpasseier

Auf seiner Wanderung durchs hintere Passeiertal entdeckt Hanspaul Menara den Sommer noch in seiner vollen Pracht.

Von St. Leonhard in Passeier führt die Straße hinein nach Moos und damit zum Hauptort von Hinterpasseier, dem inneren Passeiertal. Biegt man dort links ab, gelangt man über Platt nach Pfelders, und bleibt man im Haupttal, führt die Straße hinein ins Gebiet von Rabenstein und hinauf zum Timmelsjoch, dem Übergang ins Ötztal. Seitenwege zweigen zum einstigen Erzabbaugebiet am Schneeberg mit der Knappensiedlung St. Martin ab, außerdem ins kleine Seebertal und ins Timmelstal.

Das Passeiertal - eine landschaftliche Vielfalt

Es ist eine von hohen Berggipfeln umschlossene Landschaft, dieses innere Passeiertal, aber auch eine Landschaft mit ausgedehnten Wiesen, lichten Lärchenhainen, ausgedehnten Almen, sprudelnden Quellen und so manchem schönen Bergsee.
Silikatgesteine bauen das Gebirge auf, hinzu kommen aber auch Einschaltungen weißen Marmors oder hellen Dolomits, und Bergnamen wie Hohe Weiße, Schneeberger Weißen oder Gürtelwand lassen die landschaftlichen Kontraste, zu denen auch so mancher Gletscher gehört, erahnen.
Mit großer Vielfalt lockt demnach diese Gegend den Naturfreund, und mein Gang von der engen Talsohle hinauf zu den Höhen beschert mir einen erlebnisreichen Tag.

Tierische Begegnungen 

Irgendwo am Bergbach entdecke ich eine Wasseramsel, doch im nächsten Augenblick verschwindet sie in der kalten Flut und holt sich am Grund des Wassers wohl eine Köcherfliegenlarve oder sonst etwas Essbares. Und ähnlich schnell entziehen sich auch eine Bergeidechse und ein Murmeltier meinen Blicken.
Für den Hochalpen-Apollo gilt dies nicht. Ähnlich wie in der Nähe ein Perlmutterfalter lässt sich der schöne Schmetterling von mir nicht im Geringsten stören. Und auch bei einem Steinbock oben in den Felsen erzeugt mein Auftauchen keine Panik.
An Vögeln, die ich angetroffen habe, nenne ich einen Schwarm Alpendohlen, zwei Kolkraben, eine Alpen-Braunelle sowie Rotschwanz, Gebirgsstelze, Steinschmätzer und Bergpieper.

Es blüht noch immer

Viele Pflanzen stehen auch jetzt im August noch - oder erst - in Blüte: Herzblatt, Schuppenlöwenzahn, Augentrost, Schafgarbe, Blutwurz, Ziestblättrige und andere Teufelskrallen, Berufkraut, Deutscher Enzian, Schnee-Enzian, Klappertopf, Fingerkraut, Bärtige und Scheuchzers Glockenblume, Habichtskräuter, Besenheide, Johanniskraut, Läusekraut, Hornklee, Felsen-Leimkraut, Margeriten, Fetthennen- und Furchen-Steinbrech, Moos- und Stern-Steinbrech, Raublättriger und Trauben-Steinbrech.
Auch Storchschnabel, Flockenblume, Wald-Weidenröschen, Alpen-Leinkraut, Kleine Braunelle, Arnika und Blauer Eisenhut, Hornklee und Zwergmiere, Gletscherhahnenfuß und Roter Steinbrech, Steinnelke, Klappertopf, Glänzende Skabiose, Gemeine Kreuzblume und Spinnweben-Hauswurz gehören in diese keineswegs vollständige Liste.

Sommerlich

Nicht bunt blühend, aber als Teil des Passeirer Pflanzenkleides ins Auge gefallen sind mir auch die Gebüsche der Rostblättrigen Alpenrose und der Grünerlen, die Hängefruchtrose, außerdem Silberdistel, Alpen-Kratzdistel, Schmalblättriges und Scheuchzers Wollgras, Alpen-Bärlapp und Totengebeinsflechte.
So erlebte ich einen noch durchaus sommerlichen Augusttag auf den Höhen des hinteren Passeiertals. Nur die roten Beeren des Seidelbastes, die Blütenteppiche der Besenheide und dann beim Abstieg die schon spürbar früher einsetzende Dämmerung erinnerten mich daran, dass der Bergsommer sich allmählich seinem Ende nähert. 

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