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Sentres Magazin – Natur & Umwelt

Flora & Fauna - In den Gadertaler Dolomiten.

Hanspaul Menara entdeckt die Höhen des Gadertales im September.

Ob man die ersten drei Septemberwochen noch zum Sommer oder schon zum Herbst rechnen mag, ob es oben im Gebirge schon etwas winterlich oder noch recht sommerlich ist - zum Wandern eignet sich der neunte Monat des Jahres allemal. Da ist die Luft oft besonders klar und die Aussicht reicht viel weiter als im Hochsommer.

Von Bäumen,
Den Zauber solcher Tage in tiefen Zügen atmend, wandere ich durch die Dolomitenlandschaft des Gadertals. Eine große Wiese, an deren Rand mächtige Lärchen stehen, ist übersät mit Herbstzeitlosen. Welch eine prachtvolle Blume - dem im Frühling blühenden Krokus nicht unähnlich, im Gegensatz zu diesem aber giftig. Langsam erreiche ich die Baumgrenze, von wo Grashänge, Geröll und Felsen ansteigen. Das Berggras ist schon teilweise abgestorben, einzelne Lärchen beginnen sich herbstlich zu verfärben, nur die Latschen scheren sich nicht um die Jahreszeiten, sie tragen immer ihr dunkles Grün.

Tieren
Ein gellender Pfiff, der in Wirklichkeit ein Schrei ist, verrät mir, dass sich die Murmeltiere noch nicht zum Winterschlaf zurückgezogen haben, sondern gleich mir den schönen Septembertag genießen. Auch die allgegenwärtigen Alpendohlen sind da, und später erkenne ich eine Schar Schneefinken an ihrem prächtigen, schwarz-weißen Flugbild. Beide Vogelarten, Dohlen wie Finken, sind hervorragend dem Leben im Gebirge angepasst und zeigen erstaunlich geringe Scheu vor dem Menschen. Und dann entdecke hier oben, ziemlich hoch über der Baumgrenze, jenen tagaktiven Nachtfalter, den man Taubenschwänzchen nennt. So schnell ist sein Flügelschlag, so rasch schwirrt er von Blüte zu Blüte, dass meine Augen und meine Kamera kaum zu folgen vermögen. In unseren Gärten ist dieser "Kolibri" mit den orangefarbenen Unterflügeln nicht so selten, aber so hoch im Gebirge war es für mich eine Begegnung der besonderen Art.

und Blumen.
Wo Falter sind, sind auch Blumen, und das heißt, dass die alpine Flora noch keineswegs restlos verschwunden ist. So treffe ich vereinzelt noch den Gelben Alpenmohn in gewohnter Frische an, ebenso das Dolomiten-Fingerkraut, die Alpen-Grasnelke und an einem kleinen Rinnsaal den Fetthennen-Steinbrech. Auch Edelweiß, Alpen-Leinkraut und eine Rapunzel begegnen mir in sommerlicher Schönheit, und die Schopf-Teufelskralle ist zwar schon recht blass, aber immer noch eine aufregende Entdeckung. Und dann sind da natürlich noch jene Blumen, die es mit dem Entfalten ihrer Blüten ohnehin nicht besonders eilig haben oder schon als Herbstblumen gelten dürfen, wie etwa die Alpenaster, der Gefranste Enzian oder eben die erwähnte Herbstzeitlose.

Manche Berg- und Zwergsträucher tragen noch vornehmes Grün, andere haben hingegen schon auf "bunt" umgestellt, während die Filzige Zwergmispel und die Echte Bärentraube schöne rote Beeren tragen. So hat alles seine Zeit und jede Zeit ihr eigenes Gesicht - auch im Reich der Gadertaler Flora und Fauna.
 

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