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Sentres Magazin – Natur & Umwelt

Flora & Fauna - Im Wipptal

Diese Ausgabe der "Flora & Fauna"- Reihe beschreibt die belebende Frühlingsstimmung im Sterzinger Raum. Zwitschernde Vögel in der Luft und im Geäst, äsende Rehe auf der Wiese, summende Insekten auf Blüten. Ein Naturerlebnis für alle Sinne.

Von einem der Wege, auf denen man das Wipptal, das heißt den Sterzinger Raum mit den von dort ausstrahlenden Tälern, erwandern kann, überschaue ich an einem strahlenden Maientag die weiten Grasflächen des sagenumwobenen Sterzinger Mooses, die sich Mäusebussard, Reiher und Krähen teilen. Ich schaue in die Runde zu den ausgedehnten Wiesen an den Hängen, zu den Nadelwäldern und zu den verschneiten Gipfeln darüber. 

Es strauchelt
Sträucher
und Laubbäume leuchten wie Edelsteine inmitten des satten Grüns, denn Vogelkirsche und Traubenkirsche, Weißdorn und Schlehdorn haben ihr weißes Hochzeitskleid angezogen. An einem felsigen Trockenhang aber, wo der immergrüne Sefenstrauch seinen ausgeprägten Duft verströmt, blüht die dunkle Berganemone. Manchmal gehe ich diese Wege zeitig am Morgen. Da kann es sein, dass sich draußen auf der Wiese noch Rehe manches frische Gräslein munden lassen, bevor sie mit ein paar grazilen Sprüngen in den schützenden Wald zurückkehren, an dessen Rand unter einem Haselstrauch auch Meister Lampe seine Sasse hat.

Gesang liegt in der Luft
Jetzt im Mai erreicht das Vogelgezwitscher eine Intensität wie sonst das ganze Jahr nicht. Ob wiedergekehrte Zugvögel oder Daheimgebliebene - alle singen und pfeifen und rufen um die Wette. Der stimmgewaltigste von allen aber ist nicht etwa die Singdrossel, die Amsel oder der Fink, nein, es ist die Mönchsgrasmücke, die man kaum je zu Gesicht bekommt. Oft hockt sie nur träge im Geäst, aber wenn sie die Sangeslust überkommt, hört man nur noch sie. Kraftvoll und schneidend, ja geradezu markdurchdringend schmettert sie ihre tonreichen Strophen unermüdlich in den Tag hinaus. Herr und Frau Mönchsgrasmücke sind zwar nur bescheiden graubraun gewandet, aber sie tragen würdevoll eine dem Namen angemessene Kappe: der Herr in seriösem Schwarz, die Dame in modischem Rostbraun.

Falter im Blumenmeer
Zur Kleintierwelt gehören auch im oberen Eisacktal die Falter, vom kleinen Bläuling bis zum großen Trauermantel, vom gelben Zitronenfalter bis zum farbenprächtigen Admiral, vom Taubenschwänzchen bis zum Dickkopffalter. Und schließlich ist der Mai auch die ganz große Zeit der Blumen - ob sie nun Himmelschlüssel heißen oder Vergissmeinnicht, Lichtnelke oder Sumpfdotterblume, Leberblümchen oder Lungenkraut, Graslilie oder Wolfsmilch. Mein Gott, was gäbe es da nicht alles aufzuzählen. Doch die wenigen Beispiele mögen genügen, um zumindest eine Ahnung von dem zu vermitteln, was ein Gang durch die Natur des Sterzinger Raumes an einem Maientag erleben lässt.

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