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Sentres Magazin – Natur & Umwelt

Flora & Fauna - Im Süden Südtirols

"Flora & Fauna" hält sich in dieser zweiten Ausgabe im Süden Südtirols auf. Obstplantagen und Weingüter, aber auch viel unberührte Natur erwarten den aufmerksamen Wanderer und Naturliebhaber in dieser teilweise fast schon mediterran anmutenden Region Südtirols.

Unberührte Natur an den Hängen, die westseitig bis zu den Felsen des Roen ansteigen, unberührte Natur auf dem Höhenzug beim Kalterer See, unberührte Natur auf dem Hügel von Castelfeder und unberührte Natur in der großen Schlucht, die hinaufzieht zum Canyon des Bletterbachs. Ich schaue hinauf auf den Kastelazbühel, wo die Leute von Tramin einst eine eigene Burg besaßen und Zypressen wie dunkelgrüne Flammen in den Himmel züngeln. Sie und die Ölbäumchen da und dort verkörpern den Begriff "Süden".

Unkultivierte Vielfalt
Unter den Reben blühen Gelbstern und Persischer Ehrenpreis, umworben vom Kleinen Fuchs, der kein Fuchs ist, sondern ein farbenprächtiger Tagfalter. Auch seinem Verwandten, dem noch prächtigerem Tagpfauenauge und dem unruhigen Aurorafalter bin ich um diese Zeit begegnet. Auf Castelfeder aber, wo weder Wein noch Obst dem "unkultivierten" Grasgelände das Feld streitig machen, wo die Gletscher der Eiszeiten die Porphyrfelsen glattgescheuert haben und knorrige Eichen und uralte Mauerreste für das Prädikat "Arkadien Tirols" gesorgt haben, finden sich der weiße Milchstern und das Weiße Fingerkraut. Jawohl, "weiß" einmal klein- und einmal großgeschrieben, weil der eine weiß ist, aber eigentlich Dolden-Milchstern heißt und beim anderen die Farbe im Namen steckt.

Flink und träge
Sie, diese beiden Weißlinge, sind keine Albinos, sondern die selteneren "Gegenspieler" des gelben Fingerkrauts und der Gelbsterne, die auch Goldsterne genannt werden - Farbenspiele, Wortspiele, Vielfalt der Natur. 
Und während die Smaragdeidechse, wenn du ihr zu nahe kommst, wie ein Peitschenschlag im Geklüft der erstarrten Lavamasse verschwindet, rudert hoch oben der Reiher mit trägen Flügelschlägen und eingezogenem Hals hinüber zu den Sümpfen beim großen See. Auch im Dschungel der Laubgehölze, wo die roten Beeren des stachelblättrigen Mäusedorns leuchten, ist die Natur zum vollen Leben erwacht. 

Offenbarungen
Die exotischen Schwanzmeisen und die bunten Blaumeisen sind da, und der Zaunkönig auch dort, wo es keinen Zaun gibt. Am Hang recken der rote Zwergginster und die gelbe Kronwicke ihre Schmetterlingsblüten den Bienen und Hummeln entgegen, am silbernen Rinnsal tragen weiße Glocken jene grünen Knötchen, die ihnen den Namen Frühlingsknotenblumen eingebracht haben, und die gelben Sterne des Scharbockskrauts sind weit schöner als ihr Name. Das alles und noch viel mehr offenbart jetzt die Natur im Gebiet zwischen Bozen und Salurn, in dem Landstrich, den man den Süden Südtirols nennt. 

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