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Sentres Magazin – Natur & Umwelt

Flora & Fauna - Im Pustertal

Im Pustertal auf weiten Feldern und Wiesenhängen beobachtet Hanspaul Menara wie sich die Flora & Fauna endlich dem Frühling anpasst.

Lang hat er heuer die Zähne gezeigt, der Winter. Doch mag sich der April anfangs auch noch recht frostig gebärden - je mehr wir uns dem Wonnemonat Mai nähern, desto stärker gewinnt der Frühling an Boden.
So auch in den tieferen Lagen des Pustertals mit den weiten flachen Feldern, den Wald- und Wiesenhängen und den sonnigen Hangterrassen, die in erdgeschichtlicher Vergangenheit die Talsohle bildeten.
Durch diese Landschaft zu wandern, ist ein Gang durch vorwiegend aus Fichten und teilweise auch aus Waldkiefern bestehende Nadelwälder, vor allem aber ein Gang durch ausgedehnte, von artenreichen Buschzeilen gesäumte Wiesen.

Gesprenkelte Wiesen

Manche dieser Wiesen bilden jetzt ein Meer von Krokussen, deren wohlschmeckende Zwiebeln wir als Kinder ausgegraben und gegessen haben. Im Gegensatz zur Herbstzeitlose ist die "Frühlingszeitlose" nämlich nicht giftig. Auch die gelben Sterne des Huflattichs, erste Schlüsselblumen und Löwenzahnblüten treffe ich an, den Reiherschnabel mit seinen zarten Blütensternen und überlangen "Schnäbeln" ebenso wie die Veilchen, das Hirtentäschel und die Buchsblättrige Kreuzblume. Unter hohen Föhren entdeckte ich das seltene Weiße Fingerkraut und natürlich blüht jetzt überall die viel häufigere Schneeheide oder Erika.

Farbige Bäume

Die Sträucher und Bäume der Vogelkirsche und Traubenkirsche kleiden sich in vornehmes Weiß, am Berberitzenstrauch leuchten gegen Monatsende hin kleine gelbe Blütentrauben, und jene Laubgehölze, die keinen prächtigen Blütenschmuck ihr Eigen nennen, tragen "Kätzchen" oder entfalten ihre frischgrünen Blattknospen - die Weiden und Erlen, die Zitterpappeln und Birken, die Holunder- und Haselsträucher.

Flatternde Gesellen

Aber was wäre die erwachende Flora ohne die Fauna. Ein dunkles Eichhörnchen huscht durchs Geäst der Fichten, und auf einer hohen Birke bauen die Elstern ihr großes Reisignest. Pausenlos pfeifend rennt der Kleiber an den Ästen auf und ab, und der Girlitz singt ganz oben auf einer Esche sein unverkennbares Lied. Ohne viele Töne von sich zu geben hockt hingegen die Heckenbraunelle zwischen den Zweigen, und auch der vergleichsweise seltene Feldsperling, der sich durch seinen schwarzen Wangenfleck vom allgegenwärtigen Haussperling unterscheidet, überlässt das Frühlingskonzert den anderen. Zu dieser Zeit beginnt schließlich auch die hohe Zeit der Schmetterlinge. Des Zitronenfalters zum Beispiel, des Admirals, des exotischen C-Falters und verschiedener anderer.

So verwandelt sich die Pustertaler Naturlandschaft nach und nach in eine sattgrüne, bunt durchwirkte, vielstimmige Welt - eine Welt, die mich jedes Jahr aufs Neue verzaubert.

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