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Sentres Magazin – Natur & Umwelt

Flora & Fauna - Ein Bergtag in den Sarntaler Alpen.

In den Sarntaler Alpen ist die Tier- und Pflanzenwelt auch um diese Jahreszeit noch bunt und lebendig, dem wachen Auge unseres Naturliebhabers entgeht nichts. Von der Berg - Hauswurz bis zur Braunelle, bringt auch dieser Ausflug weitere Einsichten in die Bergwelt.

Allmählich neigt sich der Sommer dem Herbst zu, aber das hindert mich nicht, meine Schritte hinaufzulenken in die Berge der Sarntaler Alpen. Lange sitze ich am Bergsee. Viele der Blumen, die vor einigen Wochen noch unser Auge erfreuten, sind verblüht, und das Grün der Gräser und Blätter ist matter geworden. Noch aber atmet der Berg den Hauch des Sommers, noch haben längst nicht alle Blumen ihre jugendliche Schönheit verloren.

Immer noch blüht es
Nur wenige Schritte von mir entfernt blüht die rote Berg-Hauswurz, etwas höher oben am Hang leuchtet das gelbe Krainer-Greiskraut, das es übrigens keineswegs nur in Krain gibt, und wenn die weißen Flocken des Wollgrases drüben am Ufer des Sees auch keine Blüten sind, so sind sie doch zauberhaft. Langsam gehe ich weiter über Grasmatten, Zwergstrauchheiden und felsige Kämme. Da reckt mir der Alpen-Petersbart seine prächtige gelbe Blüte entgegen und stemmt sich wacker dagegen, ein weißer "Bart" zu werden, und nicht weniger schön leuchtet das Gelb des Zwerg-Augentrostes, mag das Blümchen auch noch so winzig sein.

Die Namen der Natur
Wo Blumen sind, da sind auch die Falter nicht weit. Auf einer Distel sitzt einer von ihnen. Und wie heißt er? Distelfalter natürlich. Und der andere da drüben, der mit den kleinen "Augen" auf den orangefarbenen Flecken seiner braunen Flügel, heißt der auch so wie der Platz, auf dem er sich niedergelassen hat? Nein, denn er heißt Schnee-Mohrenfalter und Schnee gibt es da noch weit und breit keinen. Mit den Namen der Tier- und Pflanzenwelt ist es überhaupt so eine Sache. Da gibt es einen Schmetterling, der Eisvogel heißt, eine Grasmücke, die ein Vogel ist, und ein anderer Vogel heißt Braunelle, genauso wie man vielerorts das Kohlröschen nennt. Diese Braunelle, genaugenommen ist es die Alpen-Braunelle, beäugt mich auch hier in den Sarntaler Bergen. Und zwar, wie es ihre Art ist, aus nur geringer Entfernung. Sie vertraut wohl auf die Tarnfarben ihres Federkleides.

Wunderbare Seltenheit
Plötzlich fällt mein Blick auf die rosaroten Prachtblüten des Niedrigen Seifenkrautes, das seinen Namen von dem im Wurzelstock enthaltenen Saponin hat. Mit dieser Blume können sich die östlichen Sarntaler Alpen rühmen, eine besonders seltene und besonders schöne Vertreterin der alpinen Flora zu besitzen. Im Hochpustertal und in der Brixner Gegend kennt man sie zwar auch, aber in weiten Teilen unseres Landes fehlt sie völlig. So haben die Sarntaler Alpen - wie jedes andere Gebiet übrigens auch - ihre naturkundlichen Eigenheiten, und wer sich etwas eingehender damit befasst, dem öffnet sich eine Welt voller Wunder.

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