Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Mehr erfahren
zurück zu Natur & Umwelt

Sentres Magazin – Natur & Umwelt

Flora & Fauna - Dezember im Bozner Raum.

In niederen Lagen hält Hanspaul Menara Ausschau nach Flora & Fauna die dem Winter trotzt.

Auch wenn mancherorts bereits die weiße Pracht das Bild beherrscht, bleiben wir doch in den tieferen, noch mehr oder weniger schneefreien Lagen rund um den Bozner Talkessel und entlang der breiten Talfurche der Etsch. Hier vermitteln Hanfpalmen, Zypressen, Olivenbäume und Palmlilien der Landschaft selbst jetzt einen Hauch vom Zauber südlicher Länder, und die verschneiten Berge im Hintergrund sorgen für den ganz besonders Kontrast.

Manche bleiben

Die Tierwelt scheint zwar fast ausgestorben zu sein, aber ganz so, als ob er das Gegenteil beweisen wollte, taucht über mir der Mäusebussard auf. Und er ist nicht der einzige, auch die Meisen und Finken lassen sich an diesem Dezembertag blicken, ebenso ein Buntspecht, und irgendwo höre ich die monotonen Rufe des Gimpels. Diese Vögel finden immer etwas zu picken und sind nicht gezwungen, jeden Herbst weit in den Süden zu ziehen.

Veränderung wird sichtbar

Abgesehen von Föhren (Kiefern), Fichten und Weißtannen, von manchen immergrünen Exoten und auch abgesehen vom Mäusedorn im Unterholz, haben die meisten Bäume und Sträucher ihr Blätterkleid verloren oder es ist, wie bei der Flaumeiche, verdorrt. Und nun sind die Kronen, Äste und Zweige von Kastanie, Zürgelbaum, Erle, Pappel, Weide, Mannaesche und Hopfenbuche wie überaus kunstfertig gearbeitete Scherenschnitte in den Winterhimmel gezeichnet. Und wenn die Gewöhnliche Waldrebe, die sich als klettertüchtige Liane an anderen Sträuchern und Bäumen emporwindet, auch kein besonders ansprechendes Geäst zu bieten hat, so zeigen sich ihre filigranen Fruchtköpfe umso zauberhafter - insbesondere im Gegenlicht mit der Sonne im Hintergrund.

Gefangen im Eis

Gefrierender Dezembernebel hatte die zarten Haarschöpfe des Rauen Löwenzahns in glitzernde Kristallkugeln verwandelt, während der Sprühregen eines kleinen Wasserlaufs die gefiederten Blätter der Wald-Engelwurz mit einem gläsernen Panzer überzog. Schilf und Rohrkolben wurden indes vom Wasserspiegel des kleinen Weihers eingefroren, und wohl erst in Monaten werden sie ihre Freiheit wiedererlangen.

Die Geschichte der Mistel 

Wie die erwähnten Nadelbäume, wie der Mäusedorn im Unterholz und manche andere Pflanze, so lässt sich auch die Mistel, die hoch oben im Geäst der Föhren und auch mancher Weißtannen als "Untermieterin" wächst, vom Winter nichts anhaben. Die seit uralten Zeiten von Sagen und Legenden umrankte Pflanze trägt auch jetzt ihr frisches Grün und ihre weißen Beeren. Und so symbolisiert sie, die nicht nur im Bozner Raum und entlang der Etsch, sondern auch im Eisacktal verbreitet ist, selbst im Monat mit den längsten Nächten und den kürzesten Tagen so etwas wie Zuversicht und Lebenskraft.
 

Zur Startseite