Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Mehr erfahren
zurück zu Natur & Umwelt

Sentres Magazin – Natur & Umwelt

Flora & Fauna - Botschafter des Frühlings

In dieser ersten Ausgabe von "Flora & Fauna" erlebt und beschreibt Hanspaul Menara das Frühlingserwachen des Eisacktaler Mittelgebirges. Zwischen Gräsern und Sträuchern bewegt sich etwas. Nur was?

Es war Anfang März irgendwo im sogenannten Mittelgebirge des Eisacktals. Also nicht hoch oben im Reich verschneiter Gipfel, aber auch nicht in südlicheren Gefilden, wo die Mandelbäume bereits blühten. Und doch war auch hier der Frühling schon zu spüren. Wenn es nicht darauf ankommt, zu einer bestimmten Zeit ein bestimmtes Ziel zu erreichen, bin ich jemand, der gern dann und wann stehen bleibt, den vielfältigen Stimmen der Natur lauscht und schaut, was da kreucht und fleucht oder was sich sonst Interessantes oder Schönes zeigt. Mein Weg führte mich durch bereits schneefreie Wiesen, alten Trockenmauern entlang, an Bauernhöfen vorbei und durch würzigen Wald.

Märzensonne erwärmt den Boden
Am Wegrand und unter hohen Bäumen blühten Veilchen und Buchsblättrige Kreuzblume, und an irgendeiner Mauer leuchteten die unzähligen gelben Sterne des Winterjasmins. Auch die Mauereidechse genoss die warmen Strahlen der Märzensonne. Teilweise von dürrem Gras verdeckt und farblich ohnehin gut getarnt, beäugte sie mich regungslos und ganz offensichtlich auch furchtlos, wissend und darauf vertrauend, dass im Fall des Falles sie viel schneller flüchten als ich ihr etwas antun könnte. Dann hörte ich leises Zirpen und Zwitschern. Die Urheber dieser ganz feinen Laute versteckten sich zuerst im Fichtendickicht, aber dann kam die kleine Vogelschar auf die Weide heraus, deren Kätzchen ihren typischen, bereits gelb durchwirkten "Heiligenschein" trugen. 

Mit viel Bewegung in den Frühling
Keine Sekunde lang hielten die winzigen Wintergoldhähnchen inne, pausenlos und unermüdlich huschten sie hierhin und dorthin, vom einen Zweig zum anderen, vom einen Weidenkätzchen zum nächsten. Aber halt! Zuerst der Winterjasmin und jetzt die Wintergoldhähnchen – kündigten sie etwa noch die Rückkehr von Schnee und Kälte an? Natürlich wusste ich, dass der Winter nicht überall zu Ende war und auch hier noch vorbeischauen konnte. Doch gleichgültig wie die kleinen Federbälle und die leuchtenden Blütensterne heißen mochten, genau wie Eidechse, Veilchen und Kreuzblume waren auch sie für mich keine Vertreter der kalten Jahreszeit, sondern Botschafter des Frühlings.

 

Zur Startseite