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Sentres Magazin – Natur & Umwelt

Flora & Fauna - Auf Pustertaler Almhöhen

Im Juni geht man schon gern höher hinauf, und weil wir in den vergangenen Monaten in den tieferen Lagen des Eisacktales und des Unterlandes dem Zauber der Natur nachgespürt haben, besuchen wir diesmal die Almregionen des Pustertals.

Wegen seiner ausgedehnten Nadelwälder und der nicht weniger ausgedehnten Wiesen wird die einstige Grafschaft Pustrissa das "Grüne Tal" genannt, und das zu Recht. Aber zum Pustertal gehören, wenn man auch die Seitentäler mit einbezieht, auch die Gletscher im Norden und die Dolomiten im Süden. Doch das ist dann schon das eigentliche Hochgebirge. So hoch steigen wir vorerst aber nicht hinauf, sondern begnügen uns mit der Region des sogenannten alpinen Rasens, der mancherorts im Zuge der Urbarmachung des Landes für die Almwirtschaft vergrößert und durch so manche Bergwiese bereichert wurde.

Filigranes Blütenmeer auf der Alm
Hat unten im Tal schon vor Wochen der Frühling Einzug gehalten, so liegt hier heroben in so manchem Graben noch der Schnee des letzten Winters. Da sprießen erst jetzt die Krokusse und Soldanellen, aber von einem Frühling zu sprechen, würde der Sache dennoch nicht gerecht. Denn ihm vergönnt der Berg nur eine kurze Zeitspanne und noch bevor drüben in den schattseitigen Felsen die letzten Schneereste verschwunden sind, ist auch schon der Frühsommer da mit seinem saftigen Grün und der bunten Pracht der Alpenflora.

Der Platz an der Sonne
Die sonst recht eintönig grünen Teppiche der Alpenazalee überziehen sich nun mit ihren unzähligen winzigen und doch so hübschen rosaroten Blütensternen, die weiße Alpenanemone und die gelbe Schwefelanemone blühen mit den blauen Enzianen und "Schusternagelen" um die Wette, auch Zwerprimel, Wucherblume, Fingerkraut und viele andere Blumenwunder entfalten ihre Pracht. Und natürlich äugt auch das Murmeltier wieder neugierig aus seinem Bau, nachdem es den langen Winter tief unten im Boden verschlafen hat. Die Bergeidechse lässt sich wieder blicken und der Alpensegler pfeilt wieder durch die Lüfte.

Sommerresidenz
Die Alpenbraunelle, ein eher unscheinbarer Vogel, den wir im Winter noch unten bei den Berghöfen angetroffen haben, bewohnt jetzt die Almregion, auch der Steinschmätzer steht irgendwo reglos zwischen den jungen Gräsern, und der Bergpieper schickt sich auf dem Wipfel einer kleinen Berglärche gerade an, seinem nimmersatten Nachwuchs einen fetten Happen zu bringen. Lang genug hat es gedauert, bis hier oben auf den Almen der Winter gewichen ist, und schon viel früher als unten im Tal wird er wieder einziehen. Aber jetzt hat sich das Leben der guten Jahreszeit voll entfaltet - nicht nur auf den Höhen des Pustertals, aber eben auch dort.

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