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Sentres Magazin – Natur & Umwelt

Flora & Fauna - Am Sterzinger Sonnenberg

Auf den sonnigen Hängen von Sterzing entdeckt Hanspaul Menara die Farbe und Formen des Herbstes.

Mit breiten Südhängen senkt sich der Rosskopf zu jener flachen Talsohle herab, in der Sterzing liegt, die kleine Stadt mit dem mittelalterlichen Kern.
Diese sonnigen Hänge tragen ausgedehnte Nadelwälder, in denen die Fichte und Lärche vorherrschen. Aber auch verschiedene Laubgehölze und ausgedehnte Wiesen prägen das Bild.

Auf der Sonnenseite

Der Begriff „Sonnenberg“ ist für das Gebiet zwar kaum gebräuchlich und auch nicht so bezeichnend wie für die Trockenhänge des Vinschgaus, aber gerade an diesem Novembertag, an dem ich die freundlichen Südhänge des Rosskopfs, die sich auch gegen Gossensaß und Mareit hinziehen, durchwandere, wird mir so recht der Unterschied zwischen der Sonnen- und der Schattenseite der Sterzinger Umgebung bewusst.
Weil der heurige Oktober nicht von besonderer Trockenheit gekennzeichnet war, erlebe ich noch grüne Wiesen sowie Bäume und Sträucher im vollen Blätterkleid - die Vogelkirsche und Zitterpappel, die Birke und Weide, den Berg- und Spitzahorn, den Haselstrauch, die Bergulme,  die Berberitze.

Farbenfroher November

Gewöhnlicher Liguster, Schwarzer Nachtschatten und Purgier-Kreuzdorn tragen noch ihre schwarzen Beeren, Schlehe und Wacholder ihre blauen, Hundsrose und Weinrose prunken mit ihren roten Hagebutten, und rot sind auch die Früchte von Eberesche, Weißdorn und Gemeinem Schneeball. Und manche Blume gibt sich sogar noch recht sommerlich - hier eine Königskerze in leuchtendem Gelb, dort eine Breitblättrige Glockenblume oder eine Knäuel-Glockenblume in ihrem lebhaften Blau. Aber ich begegne an diesem Novembertag nicht nur kräftigen Farbe. Ja eigentlich sind es schon fast mehr die ruhigen Pastelltöne und die Farbharmonien, die jetzt das Bild der Natur und Landschaft bestimmen - das Bild der Grauerlen und Gemeinen Eschen, die ihre Blätter schon verloren haben, das Bild eines erstaunt in die veränderte Welt blickenden Finken, eines Zaunkönigs oder des Baumläufers.

In Richtung Winter

Der November ist eben die Übergangszeit vom Herbst zum Winter. Eine gewisse Melancholie legt sich über das Land, Nebelschleier am Himmel erzeugen ein schattenarmes, diffuses Licht. Von den Lärchen rieseln pausenlos die feinen gelblichbraunen Nadeln, so wie die Blätter die letzte Reise von ihren sonnendurchfluteten Höhen zur dunklen kalten Erde antreten oder bereits hinter sich haben.
Ja, die Natur legt eine Ruhepause ein, sie hält den Atem an und nähert sich kaum merklich und doch unaufhaltsam ihrem Winterschlaf.

 

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