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Sentres Magazin – Sport & Touren

Fakten und Gedanken zum Phänomen Schneeschuhwandern

Vom indigenen Fortbewegungsmittel zum modernen Sportgerät

“Schneeschuhe sind ein Hilfsmittel zur Fortbewegung bei Schneelage, die von alters her in vielen schneereichen Gegenden üblich waren. Sie verteilen das Gewicht der Person, die sie trägt, über eine größere Fläche, so dass die Füße weniger im Schnee versinken”. Dies ist laut Wikipedia die offizielle Bezeichnung für das Wandern mit den Schuhen im Schnee.

Schneeschuhwandern ist nicht nur bloßes Herumstapfen im Schnee, oder ein Hilfsmittel um Strecken in verschneitem Gelände zurückzulegen. Mit dem Schneeschuh in der Rolle als Sportgerät wird heute vielfach dem Outdoorbegeisterten und solchen, die es noch werden wollen die winterliche Bergwelt zugänglich gemacht. Es sind nicht nur Sportfachgeschäfte, die Schneeschuhe vertreiben. In unterschiedlichsten Discountläden werden mittlerweile diese Wintersportprodukte angeboten. Die ‘Ciaspole’ als Convenience-Produkt.

Schneeschuhwandern wird als einfache, gesunde und ungefährliche Wintersportart beworben. Basisvoraussetzung: Schnee. Darüber hinaus gibt es große technische Unterschiede bei den Schneeschuhen. Nicht jeder Schuh passt zu jeder Tour. Je nach Steilheit und Schneebeschaffenheit bedarf es spezieller Produkteigenschaften. Die Qualitätsunterschiede sind groß, was sich auch im Preis bemerkbar macht. Für Einsteigermodelle im Sportfachgeschäft sind zwischen 80 und 100 Euro locker zu machen. Die Mittelklasse liegt bei 150 Euro und für High-Tech-Schneeschuhe muss ein motivierter Winteralpinist schon einen stattlichen Betrag über 200 Euro berappen. Ist dieser Preisunterschied gerechtfertigt?

“Durchaus", so Benno Ponticello vom Sportfachgeschäft Mountainspirit in Bozen, “denn es gibt große Unterschiede was das verarbeitete Material, die Bindung, die Steighilfe, das Gewicht, den Komfort und die Stabilität (Verstrebungen und Krallen am Unterbau) betrifft". Der gleichen Meinung ist Thomas Mattivi von Sportler Alpin in Bozen: “Wichtig ist in erster Linie herauszufinden, welchen Typ Schneeschuh der Käufer für welche Tourenart (einfache Wanderung, ambitionierte Bergwanderung oder Hochgebirgstour) benötigt. Eine seriöse Verkaufsberatung geht auch auf das Risiko dieses Wintersports ein. Schneeschuhwandern wird von einigen Kunden auf die leichte Schulter genommen. Ein LVS-Set (Lawinenverschüttungsgerät, Schaufel, Sonde) sollte ein unverzichtbarer Teil der Ausrüstung sein. Eine Schneeschuhwanderung kann gefährlich sein und ist mit dem nötigen Respekt, Ausrüstung und Wissen zu begegnen".

Aus diesem Grund sollten weniger Erfahrene hochalpine Schneeschuhwanderungen zusammen mit einem Bergführer unternehmen. Thomas Zelger, Südtiroler Berg- und Skiführer, bietet interessante und variantenreiche Schneeschuhwanderungen in den schönsten Regionen Südtirols an. “Meine Kunden sind vor allem Gruppen von Jugendlichen und Urlaubsgäste, die tolle Erfahrungen bei Schneeschuhwanderungen machen wollen”, so der Bergführer.

Trotz aller Bedenken ist das Schneeschuhwandern für den Südtiroler Wintertourismus ein wirtschaftlich wachsendes Standbein geworden. Schneeschuhtourismus ist sanfter Tourismus, spart Energie und benötigt kaum Infrastruktur. Außer einer gemütlichen Einkehr. Folgende Tourentipps lassen sportliche Leidenschaft und alpine Gastfreundschaft ideal kombinieren.

Die erste Tour führt ins Gadertal nach Pederü und von dort geht es auf den Col Becchei de Sora. Beim Rückweg kann man in der Faneshütte oder in der Lavarellahütte Einkehr machen. Die zweite Wanderung führt ins hintere Martelltal auf die Madritschspitze, wobei die Zufallhütte als Stützpunkt fungiert. Bei der dritten Tour ist das Ziel der Goldknopf auf der Seiser Alm und die Schneeschuhwanderung führt an der Mahlknechthütte vorbei, wo eine verdiente Rast möglich ist. Die vierte und letzte Wanderung geht in das Gebiet von Meran und Umgebung. Hier führt die Wanderung vom Sarntal auf die Windspitze und bei der Rückkehr kann man in der Meraner Hütte einkehren.

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