Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Mehr erfahren
zurück zu Genuss & Gastlichkeit

Sentres Magazin – Genuss & Gastlichkeit

Essen wie Gott in Südtirol?

Feinschmecker gegen Fast-Food

Der Südtiroler gilt als Feinschmecker. Zumindest wurde mir unser Alpenvolk jüngst von einem Urlaubsgast aus Norddeutschland wie folgt beschrieben: „Man könnte die Südtiroler Landschaft als intensiv und gehaltvoll bezeichnen und dies auf die Küche des Landes übertragen. Euch Südtirolern wächst ja alles in den Mund. Und genau deshalb seid ihr auch allesamt Gourmets.“ Von der Natur auf den Teller, sozusagen. Ich habe dem Urlaubsgast zugestimmt. Schließlich wirbt unsere Destination seit jeher mit zuweilen recht amüsanten, doch treffenden Slogans wie „Vom Euter ins Regal“ (2005).

Zwischen Nahrung und Chemie

Wie um alles in der Welt kann es dann passieren, dass einem auf vereinzelten Almhütten Essen vorgesetzt wird, das optisch und geschmacklich eher einem industriellen Rohstoff ähnelt als einem landwirtschaftlichen Erzeugnis? Etwas, das in Fabriken hergestellt wird, mit chemischen Farb- und Geschmacksstoffen versetzt, eingefroren und dann über etliche Landesteile nach Südtirol verfrachtet wird, passt doch nun wirklich nicht auf eine Alm! Leider gibt es sie auch hierzulande, die Massenabfertigungsbetriebe. Und das ein oder andere Mal geht ihnen gar der bewandteste Südtiroler Feinschmecker in die Falle, trotz dem Beachten einiger wesentlicher Kriterien zur Auswahl eines „guten“ Almgasthofs. Wenn die Speisekarte beispielsweise telefonbuchdick und dreisprachig daherkommt, hat das meist weniger mit dem angepriesenen „umfangreichen Angebot“ zu tun, als mit Massenabfertigung und dementsprechenden Fast-Food-Gerichten. Der Gourmet, der Kenner, der Feinschmecker wünscht sich doch im Grunde nur eine einfache schwarze Schiefertafel vor der Hüttentür, auf der in Kreide mit sympathischen Rechtschreibfehlern geschrieben steht, was es heute und nur heute zum Essen gibt. Basta.

Fast-Food zieht nicht

Ein Lob gilt somit den Fertiggerichte-Bekämpfern, den Bewahrern der Feinkost und des Guten, den Südtiroler Helden des echten Geschmacks:

„So mancher Sommertag beginnt bei mir mit Blumen pflücken und Kräuter sammeln“. Alexander nimmt sich, was vor der Tür gedeiht und bringt es auf den Teller. Auf der Petersberger Leger Alm bei Maria Weißenstein gibt es dann, je nachdem, was die Natur gerade hergibt, frischen Bärlauchpesto, Brennesselknödel und Grünkernfrikadellen mit wildem Spinat. Auch eine Vielfalt an kräftigen Kräutertees und hausgemachten Säften gehören zum Sortiment. Alexander Bisan ist überzeugt davon, dass Betriebe, die ihr Konzept ganz auf die Verwendung frischer, qualitativ hochwertiger Produkte und hausgemachter Speisen ausrichten, zukünftig noch mehr Erfolg verbuchen werden. „Es geht einfach darum echt zu sein. Ganz bei der Natur zu bleiben. Das sucht der Einheimische genauso wie der Gast. Zum Südtirolurlaub gehört für die meisten eben nicht nur das landschaftliche Erlebnis, sondern auch das geschmackliche.“

Eine geschmackvolle Symbiose - hausgemacht

Südtirol bietet aber nicht nur frische Bergküche. Das Land wirbt ja auch fleißig mit der geschmacklichen Symbiose „mediterranalpin“. Und so ein Mix entsteht zum Beispiel dann, wenn mitten im traditionsbewussten Dorf Kaltern ein waschechter Italiener die Gäste verwöhnt. Und was hat nun die Petersberger Leger mit diesem italienischen Genießerrestaurant „Ritterhof“ gemeinsam? Auch hier werden alle Teigwaren hausgemacht. Italienische Küche von italienischen Köchen. Koch Alessio legt großen Wert darauf, dass jede Bandnudel selbst geschnitten, jeder Gnocco selbst über die Gabel gerollt, jeder Tortellone von Hand gefüllt wird. „Das macht unser Lokal einzigartig! Unsere Gäste sind Feinschmecker. Die schätzen die Frische und die Qualität der Produkte, die wir verwenden und freuen sich darüber, dass alles mit Liebe und Sorgfalt zubereitet wird.“ erklärt mir Vito Leone in fließendem, akzentfreiem Deutsch. „Ein eigener Weinkeller im Haus liefert noch dazu den passenden Wein zu allen Speisen. Hausgemacht zieht eben.“

Es gibt, was es gibt

„Jo Madele, sel kimsch ins nor amol bsuachn!“, flötet eine sympathische Stimme in den Hörer. Gerne beantwortete mir Frau Gruber am Telefon meine Fragen zu den hofeigenen Produkten des Falschauerhofs im Ultental. „Alles Fleisch stammt aus eigener Produktion. Wir halten Schweine, Ziegen, Rinder und Hasen. Der Nachbar ist Jäger, der versorgt uns mit Wild. Und mein Mann ist Fischer. Hat der einen Glückstag kommt frischer Fisch auf den Teller. Dazu servier‘ ich dann das Gemüse, das ich grad im Garten finde. So funktioniert das hier bei uns im Ultental. Es gibt, was es gibt. Fanta und Ketchup wachsen hier oben nun mal nicht.“

sentres meint: so ist‘s richtig. Appetit bekommen? Hier ein paar „gute“ Tipps.

Zur Startseite