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Sentres Magazin – Natur & Umwelt

Energiegewinnung und Landschaftsschutz

Ein Konflikt, der seit Jahrzehnten immer wieder neu aufflackert und doch zum heutigen Zeitpunkt eine ganz neue Qualität bekommt. Waren früher die Stauseen in Tälern mit dem dazugehörigen Wasserkraftwerk der naturverbundenen Bevölkerung ein Dorn im Auge, so sind es heute die Windkrafträder in alpinen Gefilden.

Fast tagtäglich lesen wir von irgendwelchen Naturkatastrophen auf unserem Globus. Viele davon haben direkt oder indirekt mit dem stetig und rasant steigenden Energiehunger der Welt zu tun. Ob jetzt in Ostdeutschland plötzlich irgendwelche Dörfer im Erdboden versinken, weil genau darunter seit Jahrzehnten Kohle gefördert wird oder ob in Japan ein Atomkraftwerk unvorstellbar riesige Ländereien und Meerabschnitte auf Jahrhunderte verstrahlt, der Grund bleibt immer der gleiche. Energiegewinnung als Katastrophengrund.

Im Alpenraum waren es seit jeher die massiven Mauern der Stauseen, die ganzen Tälern ein neues Aussehen verleihten. Alte Bauerndörfer verschwanden unter den gewaltigen Wassermassen, die Bewohner wurden zwangsumgesiedelt. Ein erster drastischer Schritt in Richtung saubere Energiegewinnung im Alpenraum war getan. Heute, nach vielen Jahrzehnten der Erbauung dieser ersten nachhaltigen Energieversorger, drängen neue hochtechnisierte Möglichkeiten der sauberen Energiegewinnung in den Alpenraum und somit auch nach Südtirol.

Energiegewinnung im Südtirol

Windkraft, Geothermie und Pumpspeicherwerke sind die drei Energiegewinnungsmöglichkeiten, die es möglich machen in Südtirol große Mengen sauberen Stromes herzustellen. Jede dieser Energiegewinnungsmöglichkeiten hat einen Haken. Entweder sind die Erschließungskosten, wie im Falle der Geothermie und der im Berginneren integrierten Pumpspeicherwerke enorm hoch oder die Errichtung von Windrädern auf Berggraten wirkt sich unschön auf die Ursprünglichkeit der alpinen Landschaft aus.

Die Windräder sind seltsamerweise in letzter Zeit besonders stark in den Medien vertreten gewesen. Die Auswirkungen auf die Umwelt wären im  Falle der Windkraft im Vergleich zu allen anderen Energiegewinnungsmöglichkeiten im Alpenraum gering bis nicht erwähnenswert. Jedes Wasserkraftwerk oder Pumpspeicherkraftwerk benötigt weit größere Eingriffe in Berg, Tal und Umgebung. Ein eventueller Rückbau ist nur mit enormen finanziellen Aufwänden halbwegs umweltgerecht zu bewerkstelligen. Windräder benötigen einzig ein paar massive Betonfundamente, die tief im Boden verankert werden. Der ganze Rest oberhalb der Erde könnte relativ leicht abgebaut und ins Tal befördert werden.

Objektive Überlegungen, saubere Energie

Ganz egal, welche Energiegewinnungsmaßnahmen in den nächsten Jahren in Südtirol in Angriff genommen werden, es bedarf einer klaren, objektiven Diskussion. Im Moment sind unsachliche, man könnte fast sagen, emotionale Argumentationen im Spiel, die leider nur zu Streit und in Folge zu beleidigten Diskussionspartnern führt.

Mehr Lebensqualität durch mehr Stromverbrauch?

Eine Frage, die noch weit vor der Frage der zukünftigen, zusätzlichen Energiegewinnung gestellt werden muß, ist eine weit einfachere. Wieviel des zusätzlich verbrauchten Stromes bringt uns wirklich mehr Lebensqualität? Wäre es vielleicht gar für Umwelt und Mensch besser mit dem heutigen Stromverbrauch hauszuhalten? Uns öfters mal die Frage zu stellen, ob denn das neue vollautomatisierte Küchengerät wirklich unser Leben verbessert und vereinfacht? Ob das ständige Erleuchten der Wohnräume und des öffentlichen Raumes, als handle es sich dabei um einen Fußballplatz, nicht vielleicht eher störend als angenehm ist? Ob das ständige Leuchten der unzähligen Standby-Lämpchen der noch unzähligeren Geräte im Bereich der Unterhaltungselektronik, wirklich nötig ist und nicht vielleicht auch zwischendurch einmal eine Ruhepause verdient hätten? Weniger ist mehr, nicht nur beim Essen und Trinken.

 

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