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Sentres Magazin – Sport & Touren

Ein Flohmarkt für den Alpinisten

Ein Plädoyer

Die Glühbirne an der Kellertreppe hat schon seit längerem das Zeitliche gesegnet. Einige wenige Lichstrahlen fallen noch von den oberen Stockwerken auf die unterste Etage des Hauses. Vorsichtig tappe ich in die Tiefe. Eher schlecht als recht öffne ich die Kellertür. Ein Schritt nach vorn, ein Vorüberstreifen, ein metallenes Scheppern. Ich stolpere filmreif über ein paar Luistrenker-eske Lederskischuhe, verliere das Gleichgewicht und finde mich auf dem grauen Betonboden neben einem ausrangierten Skistock wieder. Verwirrt richte ich mich wieder auf. Endlich, der Lichtschalter, direkt neben mir. Der Raum ist nun erhellt und zeigt mir all seine Schätze.

3 Paar Skier, ebensoviele Skischuhe, ein noch originalverpacktes 4-Mann-Zelt, 2 riesige Trekkingrucksäcke, unglaubliche 5 Paar Bergschuhe, ein Alu-Campingsessel, bisher ungenutzt, ein unkaputtbarer Alkoholkocher, nicht mehr der neueste, aber vollkommen funktionstüchtig, eine handgemachte Holzrodel, ein Geschenk meines Onkels, hat leider noch nie Schnee unter ihren Kufen erlebt, 2 originalverpackte Schaumstoffisomatten, ein Werbegeschenk eines Campingplatzes und noch einiges mehr, was seit Monaten, meist sogar seit Jahren, meinen Keller zu einer Endlagerstätte für ungenutztes Outdoorequipment macht. Schade eigentlich. Vieles was hier verstaubt, könnte noch genutzt werden. Der junge Gipfelaspirant, der sich seinen ersten Klettergurt erstehen will, der bergaffine Familienvater, der seinem Sohn günstig einen Wanderrucksack kaufen möchte oder der klassische Schnäppchenjäger, der aus reinem Jagdinstinkt die fast neue Goretexjacke ergattert. Alle hätten Spass und Freude an meinen ungenutzten Bergutensilien. Ein Alpinflohmarkt wäre die Lösung.

In Bayern, genauer, in München, gab es am vergangenen Samstag, den 20. November dieses Jahres, bereits zum zweiten Mal, einen solchen Flohmarkt. Zahlreich zugegen war das Publikum bereits das letzte Jahr, als diese Veranstaltung zum ersten Mal über die Bühne ging. Ein unmissverständliches Zeichen, daß Verkaufstreffen dieser Art in Zukunft noch sehr viel zahlreicher zu finden sein werden.

In Südtirol gibt es bislang noch keinen Flohmarkt dieser Art, obwohl sicherlich viele Tonnen ungenutzter Bergausrüstung Jahr für Jahr in den Kellern der Südtiroler/innen verstauben. Vielleicht findet sich ja ein engagierter Organisator für ein solches Unterfangen? Auch Bergsportartikel haben ein Recht auf ihre natürliche Umgebung! Aus dem Keller auf den Berg, sozusagen.

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