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Sentres Magazin – Natur & Umwelt

E-Mountainbike - eine Testfahrt

Mountainbiker unter Strom. Innovative Antriebskonzepte abseits von Muskelkraft und Ausdauer.

Hardtail-Mountainbike mit Elektromotor und 20 kg Gewicht? Eine Farce, oder? Jedem sportlich motivierten Mountainbiker stellt es allein bei dem Gedanken daran die Nackenhaare auf. Wir wollten es aber genauer wissen! Und haben zusammen mit Much Lageder, seines Zeichens IT-Spezialist, Dj und Technikfreak, ein E-Mountainbike getestet.

Es handelt sich um ein handelsübliches Hardtail-Mountainbike (ca. 10 kg), welches mit einem Motor, einer Lithium-Mangan-Batterie und einer Steuerungskonsole (Radcomputer) der kanadischen Firma BionX ausgestattet wurde. Das Gesamtgewicht des Drahtesels inklusive Hightech-Antrieb überschreitet die 20 kg Marge. Je nach Fahrweise reicht der Akku für Touren von 30 bis 60 km. Das E-Mountainbike ist gesetzlich als Pedelec eingestuft, das bedeutet, dass die Motorunterstützung bei 25 km/h abgeriegelt wird. Interessierte können sich beim Fachberater Dietmar beim Radfachgeschäft Sportler in Bozen weitere Details einholen. Die Anschaffungskosten betragen rund 2.000 Euro. Ein Elektrobike mit dieser technischen Ausrüstung ist für den durchschnittlichen Mountainbiker gedacht, der kaum auf technisch schwierigen Trails unterwegs ist.

sentres:  „Much, was veranlasst einen Motorradfahrer wie dich, sich für E-Bikes zu interessieren?“

Much: „Ich habe berufsbedingt wenig Zeit. Ich möchte in der knappen Freizeit, vor allem am Abend, mit wenig Zeitaufwand noch eine relativ weite Strecke hinter mich bringen. Ein weiterer Faktor ist mein Interesse für jede Art von Technologie. Ich bin von meinem Wesen her eigentlich der perfekte Käufer für so eine Art Rad: ein nicht sehr sportlich ambitionierter Biker mit wenig Zeit, aber immer mit Lust und Interesse auf die neueste Technologie. Außerdem möchte ich dieses Rad auch in der Stadt für die Arbeit verwenden, weil sich meine Kunden überall verstreut in Bozen befinden. Ich habe mich außerdem schon im Vorfeld im Internet über E-Bikes im allgemeinen informiert.“

sentres: „Hat dich das Mountainbike mit Elektromotor überzeugt? Welches sind deiner Meinung nach die Vor- und Nachteile?“

Much: „Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht! Zu Beginn der Tour war ich so euphorisch, dass ich bei Steigungen die Gangschaltung des Rades komplett vergessen habe und mit einem zu niedrigen Gang, dafür aber mit voller Schubkraft des Motors unterwegs war. Als aber die Batterieanzeige schnell zurückging, reduzierte ich die elektronische Unterstützung und nutzte die Gangschaltung des Mountainbikes. Gut für die Batterie! Lustig war, dass ich dich als trainierten Mountainbiker auf normalem Bike mit Leichtigkeit und Schnelligkeit überholt habe. Dies zeigt, dass ich meine Zielsetzung, viel Strecke in kurzer Zeit, mit wenig Kraftaufwand erreichen kann. Die elektronische Unterstützung gleicht mein Trainingsdefizit aus.

Als großen Nachteil des E-Mountainbikes sehe ich das Handling. Bei technischen Anstiegen hatte der Motor teilweise noch Schubkraft, die ich so nicht eingerechnet hatte. Das Bike ist mir entwischt und fast den Hang runter gestürzt. Überhaupt hat das große Gewicht des E-Bikes einen negativen Einfluss auf Handling und Fahrverhalten. Egal ob im Anstieg oder bei der Abfahrt. Vielleicht wäre ein vollgefedertes E-Bike angebrachter. Oder man sollte den Motor im Zentrum des Rades einbauen, um eine bessere Gewichtsverteilung zu erreichen. Für meinen Geschmack ist die Technik noch unausgereift. Situationsbedingt kann es sogar gefährlich werden, weil der Motorschub manchmal länger nachwirkt als erwartet. Außerdem kommt der Hilfsmotor schnell an das gesetzliche Limit von 25 km/h, danach heißt‘s ohne Unterstützung selber treten. Preislich gesehen ist die Aufrüstung auch noch sehr teuer.“

Fazit: Die elektronische Unterstützung ist auf jeden Fall ein Spaßfaktor und ein Technik-Doping für konditionell schwache Radsportler. Dieses Doping hat allerdings seinen Preis.
 

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