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Sentres Magazin – Natur & Umwelt

Die Tourengeher und das Wild

Die Lebensräume der Wildtiere werden immer begrenzter. Der Mensch breitet sich ungebremst weiter aus. Er rodet Waldflächen für Industrie, Tourismus und Wohnbau. Einstige beinah menschenleere Gebiete werden immer mehr von Abenteuersuchenden heimgesucht. Meist ist dieses massive Menschenaufgebot plötzlich und laut. Weltweit das gleiche Bild.

Am prägnantesten und schädlichsten für die Tierwelt ist dieser sportliche Ansturm in Gegenden, wo die Schutzzonen sowieso schon klein geworden sind, im Alpenraum beispielsweise. Skiliften und Seilbahnen, Passstraßen, Forststraßen und Hotels bis in die entlegensten Berggebiete, haben die Alpen zugänglich, bewohnbar und genießenswert für Einheimische und Touristen gemacht. Die Wildtiere allerdings werden in ihrem natürlichen Lebensraum immer weiter beschnitten.

Früher

Bis vor ein paar Jahren waren in der Winterzeit eine Hand voll Skitourengeher, Schneeschuh- und Winterwanderer unterwegs und der Rest der Winterbegeisterten waren auf den Skipisten zu finden. Heutzutage ist aus dem abenteuerlustigen Häufchen von Naturliebhabern mit Brettern oder Schneeschuhen an den Beinen, eine kleine Legion von bergbegeisterten Wintersportlern geworden. Fernab von geregelten Pisten werden die Berge erklommen. Durch Wälder, über Almen hinauf zu wildromantisch verschneiten Gipfeln.

Heute

Die einst naturnahen Wintersportler sind selbst zu einem Störfaktor im sensiblen Lebensraum der tierischen Alpenbewohner geworden. Die Wildtiere sind in den Wintermonaten geschwächt von der kargen Nahrungsaufnahme. Falls sie dann auch noch von Tourengehern aufgeschreckt werden, kann es zu einer Flucht mit tödlichem Ausgang kommen. Ebenfalls können Skitourengeher, die in der Nähe von Fütterungsanlagen abfahren, den hungrigen Tieren die Futteraufnahme verwehren. Vom Hunger getrieben, durchqueren die Tiere in der Nacht darauf den Wald und schälen die Rinde von zahlreichen Jungbäumen.

Neben dem Schaden an den Tieren, können die scharfen Skikanten der abfahrenden Tourengeher die jungen Bäume von Jungwuchsflächen oder Aufforstungsflächen verletzen und so Wachstumsverzögerungen und Verkrüppelungen provozieren.

Morgen

Grundsätzlich wird von den Förstern, Jagdaufsehern und Naturschützern dafür plädiert, Abfahrtswege, Schneisen und Routen festzulegen, wo die Skitourengeher gebündelt abfahren sollten. Tiere und Wald wären somit weniger gestört und die Wintersportler im Offpist-Bereich hätten ebenfalls ihren Spaß. Ebenfalls muß die Ruhephase von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang beim Tourengehen ausgespart werden. In dieser Zeitspanne sind die Tiere auf Nahrungssuche.

Lärm ist nicht nur für den Menschen ein wesentlicher Stressfaktor, auch Tiere werden unruhig, wenn sie plötzlich oder permanent von Geräuschen gestört werden. Autoverkehr, Skiaufstiegsanlagen, Gasthäuser und Apresskieinrichtungen in Skidestinationen sind an der Tages- und Nachtordnung. Die Berggegenden außerhalb dieser Wintersportorte sind hingegen Oasen der Ruhe. Hoffen wir, dass es auch so bleibt und sich die Tourengeher nicht lautstark durch die Wälder kämpfen und auch dem Reh, dem Schneehasen und dem Rebhuhn ihre lebenswichtige Winterruhe gönnen.

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