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Sentres Magazin – Geschichte & Kultur

Die Renaissance des Fahrrads hat begonnen.

Das Automobil macht Lärm, schlechte Luft und stört das moderne Stadtbild. Die Fortbewegung auf dem Drahtesel im urbanen Raum wird attraktiver.

In London hat alles begonnen: verstopfte Strassen, Mautgebühren, keine Parkplätze. Wer sich in dieser Metropole schnell bewegen will, muss auf das Automobil verzichten, nach neuen Möglichkeiten suchen. Subkulturen setzten sich in Bewegung, mixten alt mit neu. Eine Symbiose von Praktischem und Modischem. Das Ergebnis: eine neue Fahrradkultur. Das Rad will mehr sein, als ein reines Fortbewegungsmittel. Ein Statement: Wir haben verstanden, so können wir nicht weiter machen, egal ob Energiepolitik, Verkehrspolitik oder Stilpolitik. Veränderung braucht das Land. Neue Werte, neue Ideale. Das Stadtrad wird zu einem Symbol einer neuen urbanen Kultur. Umweltinteressen müssen nicht mit Müsli-Look einhergehen. Auch die Birkenstock haben es in die Vitrinen von Mailand geschafft. Sanfter Verkehr und Freude an Schönem müssen keine Gegensätze sein. Auf zwei Rädern ein neues Lebensgefühl kosten.

So bunt und doch so schlicht

In der Nacht sind alle Katzen grau. Auch das meist farbenfrohe Singlespeed wird vom nächtlichen monochromen Stadtbild verschluckt. Die Straßenbeleuchtung wirft halbstarke Lichtkegel auf die Zierfelgen, leise rollen die schmalen Reifen über die Porphyrplatten, nur schwach schimmern die Leuchtfarben. Der kurze Lenker gibt dem Singlespeed Wendigkeit, weckt die Sehnsucht nach einer Verfolgungsjagd à la Hollywood. Sind die Straßen frei, beschleunigt das Rad bei dementsprechender Muskelkraft zügig. Dahinschlendern ist nicht die Domäne des Singlespeed. Kurze Steigungen werden schnell zur kleinen Alpenüberquerung. Das Singlespeed muss in Schwung bleiben, wie ein Facebook Stream.

Die Sitzposition ist komfortabel, das Gewicht eher weniger. Beim Stiegensteigen mit Fahrrad wird dies bewusst. Ein Fahrrad zu einem Preis von € 350 ist keine Leichtbaukonstruktion. Zierliche Damen sollten sich daher ein ordentliches Fahrradschloß leisten, um das Stadtrad im freien Raum abstellen zu können. Oder in Leichtbauanbauteile investieren. Alternative: Eine Wohnung umzingelt von Gentlemans als Nachbarn, die beim Tragen stets zu Diensten sind. Fahrraddiebstahl boomt und Parken im öffentlichen Raum birgt stets die Gefahr, das eigene Lieblingsstück zu verlieren.

Was machen Singlespeed-Fahrer beim Regen? Radfahren. Die beschmutzte Jacke und Hose können dann den Arbeitskollegen als Trophäe präsentiert werden. Ich habe es geschafft. Ich bin ein neuer Mensch. Ich trete, ich arbeite. Es lebe der Fortschritt, es lebe die Fortbewegung.

Radfachgeschäft für Singlespeed in Bozen
Literatur zur neuen Fahrradkultur

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