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Sentres Magazin – Sport & Touren

Die Radsaison beginnt!

Manche Zeiten sind für Radfahrer ideal, andere weniger. Schwierig wird es vor allem dann, wenn sich die Radfahrer die Straßen mit ihrem natürlichen Feind teilen müssen.

Es gibt natürlich besonders hartnäckige Radler, die lassen sich auch vom ärgsten Winterwetter nicht abschrecken. Alle anderen, und wir zählen uns dazu, warten auf einen Hauch Frühling, milde Lüfte aus dem Süden und Tische und Stühle in den wiedereröffneten Gastgärten. Denn was hat die schönste Radtour für einen Sinn, ohne korrekt platzierte und ausgiebig genossene Erholungspausen.

Jetzt ist es also wieder soweit, die Mountainbikes und Rennräder dürfen aus ihren dunklen Kellerverliesen an die frische Luft. Voll Elan schwingen wir uns auf harte Sättel, klicken die Schuhe in die Pedale und radeln frohen Mutes mit einem Lied auf den Lippen hinaus in die Welt. Vorerst mal einige flache Kilometer zum Einfahren, einige harmlosere Routen um Beine und empfindlichere Körperteile einzustimmen.

Und dann geht’s richtig los, genauer gesagt hinauf. Wohin auch sonst, wir sind schließlich mitten in den Bergen. Was dem Bergsteiger und Skitourengeher der Gipfel, ist dem Rennradler der Alpenpass! Kehre um Kehre, Kurve nach Kurve, stetig im Sitzen oder im Wiegetritt zum Endspurt, die Passankunft muss hart verdient werden.

Der Rhythmus wird beinahe zur Meditation, gleichmäßigen Tritts schiebt sich das Rad dem Ziel entgegen, nichts als das Knirschen der schmalen Gummis auf dem Asphalt. Nur ganz entfernt, weit unten, ein Brummen.

Zuerst ganz unauffällig, kaum wahrnehmbar, dann schon etwas eindringlicher. Die hörbaren Frequenzen verschieben sich nach oben, aus dem tiefen Brummen wird ein kräftiges Dröhnen, nur mehr zwei Kehren unter uns. Nur mehr eine Kehre tiefer, die Lautstärke würde den bestgelaunten Nachbarn in Rage bringen. Schon knapp hinter uns, ein metallisches Knacken von einem Schaltvorgang, die Drehzahlorgie drückt den Lärmpegel des heiseren Gekreisches in absurde Höhen, der Luftdruck schiebt das Rad samt Fahrer gefährlich nahe an die Begrenzung und in Sekundenbruchteilen schießt eine FZR-VFX- HAYA weiß der Teufel was mit radarfreundlichen 150 kmh plus X vorbei.

Der eben noch mühsam kontrollierte Puls erreicht jenseitige Grenzwerte, der Adrenalinschub gereicht einem Basejump zur Ehre. Und dabei ist noch nicht mal Ostern! Im Augenblick bevölkern erst einzelne Halbwilde (besten Dank an Helmut Qualtinger) die Straßen. Aber wehe wenn sie losgelassen! In Gruppen auf Sternfahrten über die Südtiroler Alpenpässe. Nein, wahrlich, Ostern ist keine gute Zeit für Radfahrer.

Kleiner Tipp für die Südtiroler Landesregierung: Vergesst das mit der Maut auf Passstraßen. Installiert einfach ein paar Radarfallen. Das reicht locker um die Erhaltung der Straßen zu finanzieren.

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