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Sentres Magazin – Natur & Umwelt

Der Winter droht

Die Winter werden angeblich kälter, oder auch nicht.

Der Wetterbericht hat es versprochen, und bekanntlich hält er, was er verspricht. Der Winter rückt näher. Zuerst die Vorhut an Wolken von Süden, dann eine kleine Pause, dann schließlich der erste richtige Vorgeschmack auf Schnee und Eis.

Aber eigentlich war doch eben noch goldener Herbst, Törggelezeit, im Freien in der Sonne sitzen, deftige Küche genießen. Alles plötzlich weg, aus, nix geht mehr, auf nächstes Jahr verschoben. Und jetzt das. Winter! Wenigstens werden in den kommenden Tagen wohl auch die Autofahrer kapieren, dass Winterreifen doch nicht so ungeschickt sind.

Egal, das Thema hier ist ein ganz anderes. Bereits im Frühling dieses Jahres ist eine Studie des Rutherford Appleton Laboratory und des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung erschienen. Sonnensystemforschung ist im Frühling nicht so wirklich sexy, da ist man meistens einfach froh, wenn der Forschungsgegenstand endlich mal rausschaut.

Aber jetzt, wo die Sonne systematisch den Schneewolken weicht, wird das Thema anschaulich und sehr begrifflich. Was besagt also die Studie? Kurz und sehr unwissenschaftlich gesagt, schwankt die Intensität der Sonnenaktivität. Mal gibt’s mehr davon, mal weniger. In einem Zyklus von circa 11 Jahren nimmt die Intensität ab und zu. Wenn die Sonne magnetisch besonders aktiv ist, bekommt sie mehr Flecken, Sonnenflecken natürlich, und strahlt heller. Oder eben umgekehrt.

Die Forscher haben britische Wetteraufzeichnungen bis ins ferne Jahr 1695 zurückverfolgt und statistisch ausgewertet. Und tatsächlich, es gibt einen Zusammenhang zwischen dem Magnetfeld der Sonne und der Durchschnittstemperatur im Winter. Bei schwachem Magnetfeld der Sonne liegt die mittlere Temperatur im Winter circa 0,5° Celsius tiefer. Die Werte gelten für Großbritannien und Mitteleuropa, und weil wir Südtiroler immer mittendrin sind, ignorieren wir das ausnahmsweise einmal nicht.

Ausgelöst wird dieser Effekt nicht etwa, wie man glauben könnte, durch weniger Sonne auf unseren Skipisten, sondern anscheinend durch eine leichte Änderung der Temperatur in der Troposphäre, das ist die unterste Schicht der Atmosphäre. Diese Veränderung wiederum könnte die milderen Luftbewegungen über dem Atlantik davon abhalten zu uns zu kommen. Ausgeglichen wird dieses Manko durch kältere Luft aus dem Norden.
Und weil das Magnetfeld der Sonne dieses Jahr etwas schwächelt , dürfen wir uns, rein statistisch betrachtet, auf einen eher frostigen Winter einstellen. Was sowohl alle Wintersportler, wie auch die Gas- und Heizöllieferanten freuen dürfte.
Also in diesem Sinne, viel Spaß im Schnee!

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