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Sentres Magazin – Sport & Touren

Der Spaziergang - früher und heute

Spazieren, wallen, sich ergehen, wandeln, lustwandeln, bummeln, flanieren, promenieren, müßiggehen. Der Spaziergang ist gerade in der kalten Jahreszeit eine sinnvolle und erholsame Freizeitbeschäftigung.

Ob Stadtspaziergang, Dorfrunde oder Landpartie, ein Spaziergang erfreut das Gemüt und sorgt für ein geselliges Beisammensein mit Freunden, Bekannten oder mit der Familie. Der Spaziergang hat sich in unseren Breiten seit dem 18. Jh. trotz oder gerade aufgrund der zunehmenden Beschleunigung der Lebensverhältnisse als Freizeitbeschäftigung nachhaltig etabliert. Im Unterschied zur Wanderung ist der Spaziergang kürzer und geht räumlich über einen gewissen Umkreis nicht hinaus. Abenteuer sind nicht eingeplant. Ein Spazierweg strengt nicht an. Er dient der Erholung. Der Gang des Spaziergängers ist daher ein gemäßigtes Schritttempo.

Der Spaziergang als Verdauungshilfe für Körper und Geist
„Nach dem Essen sollst du ruhʻn oder tausend Schritte tun“. Historisch gibt es zwei Traditionslinien, die das Phänomen Spaziergang und die damit verbundene Erfahrung von Landschaft bis in unsere Zeit bestimmen. Physische und geistige Verdauung thematisiert der Verdauungsspaziergang. Wir verdauen fettes Essen. Wir verdauen Ereignisse. Schwer wiegende Fakten. Gelesenes, wer Bücher verschlingt. Gelerntes, wer sich neues Wissen einverleibt. Gehörtes, was erst noch verdaut werden muss. Der Zusammenhang zwischen Gehen und (Nach)Denken ist so alt wie der Mensch. Dieser Gedankengang leitet in einem nicht allzu kühnen Gedankensprung zur Figur des einsamen Spaziergängers der Romantik über. Jener ergeht sich vorzugsweise in pittoresker und erhabener Landschaft, die er über seinen Gesichtssinn in sein rastloses Gemüt aufnimmt. Selbsterkenntnis und -erfahrung ständig suchend und nie findend.

Die Natur des Spaziergängers ist kultiviert
Der Spaziergang setzt einen kultivierten, begrenzten Raum voraus. Spaziergänger ist traditionell der Städter. Der sich in müßiggängerischer Beschaulichkeit in einer zum paradiesischen Garten ästhetisierten Landschaft spazierend fortbewegt. Innerstädtische Parkanlagen, Volksgärten, Alleen, Promenaden und Gehwege sind seit dem 18. Jh. die bevorzugten Ziele des urbanen Spaziergängers. Das beste Beispiel für kulturell eingemeindete Natur, die der Spaziergänger zur Erholung aufsucht, ist der Landschaftsgarten. Er bildet die „Wildnis“ enklavenartig und artifiziell ab: Ruinen, Obelisken, Labyrinthe, Pagoden, Kapellen, Teiche, Grotten, Lustwäldchen, Wasserspiele, Aussichtspunkte und viele weitere Attraktionen bilden den Rahmen für vergnügliches, abwechslungsreiches Ambulieren in einer „künstlichen“, vom Menschen geschaffenen Natur.

Südtirol bietet dem Spaziergänger zwar weder Volks- noch ausgedehnte Landschaftsgärten, dafür herrlich angelegte Promenaden und eine gepflegte Kulturlandschaft, die zum Spazieren Gehen einlädt.

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