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Sentres Magazin – Geschichte & Kultur

Das Wandern ist der Sinne Lust

Be-Sinnen. Gehen und wandern ist nie zweckfrei. Körperliche Ertüchtigung und das Baumeln-Lassen der Seele, das Genießen der Naturschönheiten, der Aussicht, das Entspannen und Ent-Stressen vom mitunter anstrengenden Arbeitsleben sind Gründe genug, sich in der Natur schrittweise fortzubewegen.

Wem die Natur, an sich schon Gottes offenes Buch, so wie sie ist, nicht genügt, macht sich auf einen Besinnungsweg. Dessen Urformen sind wohl Wallfahrt und Kreuzweg. Da heißt es beten und beten bei 7, selten 9, meist 14 Stationen. Das Leiden Christi nachahmen im Sinne von nachempfinden und darüber meditieren. 15. Station ist häufig die (Wallfahrts-)Kirche, zu der Kreuzwege oft ansteigend und anstrengend hinführen. Schließlich hatte es Jesus auch nicht leicht mit seinem Kreuz.

Besinnungswege haben auch Stationen und sind christlich inspiriert. Sie beziehen allerdings Natur, Landschaft und Geländebeschaffenheit stärker mit ein als Kreuzwege. Sprechen alle Sinne an. Ein gutes Beispiel dafür ist der naturnah gestaltete Martinsweg in Glaning, „erster Kinderbesinnungsweg in Südtirol“. Auch für Erwachsene empfehlenswert!

Gott in der Natur begegnen

Gott und Natur sind nicht ein- und dasselbe, doch in der Natur erschließt sich einem Gott einfach und direkt. Ich brauche kein gemauertes Gebäude um sich herum, kein vergoldetes Ambiente, um mich Gott nahe zu fühlen. Nicht, dass mir der herbe Geruch von Weihrauch nicht in die Nase stiege, der mehrstimmige Gesang des Kirchenchores nicht den Weg zu meinem Ohr fände. Die Orgel überhöre ich schon gar nicht und auch nicht die Stimme des Priesters. Aber ich sitze, knie oder stehe.

Auf die besten Gedanken komme ich, wenn ich in Bewegung bin. Beim Gehen fließt der Gedankenstrom ungehemmt. Während also so mancher hölzerner Kirchenstuhl an Sonntagen leer bleibt, ist die Sinn-Suche auf Besinnungswegen mitunter gar nicht so einfach: alles voll mit Sinn-Suchern! Vor kurzem erlebt am Besinnungsweg zum Sonnengesang des Hl. Franz von Assisi bei den Rein-Wasserfällen in Sand in Taufers.

Prädikat familienfreundlich

Besinnungswege sind meist gut markiert (eigene Piktogramme), in relativ kurzer Zeit zu bewältigen (wobei Zeit bei der Besinnung eine untergeordnete Rolle spielen sollte) und auch von Kindern und älteren Mitmenschen begehbar.
Beispiele für Besinnungswege in Südtirol: Martinsweg Glaning, Besinnungsweg zu den 7 Sakramenten zur St. Jakob-Kirche/Grissian, Jesus-Besinnungsweg Naturns, Franziskusweg in Sand in Taufers, Leonardi-Weg im Tauferer Ahrntal.

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