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Sentres Magazin – Geschichte & Kultur

Das Handwerk und der goldene Boden

Ein neues Projekt der bekannten Marke „Roter Hahn“ des Südtiroler Bauernbundes macht sich auf die Suche nach dem authentischen bäuerlichen Handwerk.

Gülden war der Boden noch nie für die Bergbauern, es war immer schon viel harte Arbeit. Von den ersten warmen Tagen des Frühlings bis zum ersten Schnee des Jahres, von den ersten fahlen Lichtstrahlen der Morgensonne bis die letzte Kerze am Hof ausgeblasen wurde, lange Tage, lange Monate. Und wenn dann die Natur in den eisigen Wintermonaten ruhte, begann die Arbeit in Haus und Stube. Vieles musste repariert werden, manches neu gemacht und so einiges geschnitzt, geflochten, gehämmert und genäht, was dann auf den Märkten verkauft oder getauscht wurde, um das kümmerliche Einkommen etwas aufzubessern.
Das bäuerliche Handwerk war Notwendigkeit, die Fähigkeiten dafür wurden über Generationen weitergegeben, verbessert, verfeinert.

Bäuerliches Handwerk - die Betriebe

Oberhof in St. Nikolaus (Familie Paris)
Flechtarbeiten: Körbe, Lampen, Taschen, Schmuck, Dekorationsgegenstände, Sonderanfertigungen
Lahngut in Lana (Familie Windegger)
Drechselarbeiten: Kugelvasen, Schalen und Teller, Kugeln, Holzfrüchte, Schmuck, Pfeffermühlen
Thalerhof in Feldthurns (Familie Kerschbaumer)
Holzschnitzarbeiten: Kruzifixe, Marienstatuen, Skulpturen, Sonderanfertigungen
Oberplattner-Hof in St. Andrä (Familie Sagmeister)
Drechselarbeiten: Schalen und Teller, Kugeln, Holzfrüchte, Spiele, Brandmalereien, Sonderanfertigungen
Amort-Hof in Altrei (Familie Amort)
Filzarbeiten: Hausschuhe („Patschen“), Hüte, Handtaschen und Rucksäcke, Sitzunterlagen für unterwegs, Schmuck, Dekorationen, Maßanfertigungen

Das Leben am Hof ist wesentlich leichter geworden, Maschinen ersetzen Muskelkraft, der Bauer ist dafür immer öfter Mechaniker, Metallarbeiter und Schweißer. Einen Korb flechten zu können ist keine gefragte Tätigkeit, eine Schüssel drechseln kann kaum noch jemand. Wozu auch, Plastikkisten haben Körbe verdrängt, Edelstahl und Kunststoff hölzerne Behälter. Das bäuerliche Handwerk hat oft seinen praktischen Nutzen verloren.

Und wird im Zeichen des Roten Hahns als Kunst- und Designobjekt neu belebt. Strenge Qualitätskriterien und die Zusammenarbeit mit der Fakultät für Design der Freien Universität Bozen garantieren handwerkliche Produkte höchster Qualität. Es entstehen wertvolle Einzelstücke mit Alltagsnutzen. Alle Ausgangsmaterialen müssen auf einem Südtiroler Bauernhof entstanden sein, die Stücke müssen in reiner Handarbeit gefertigt sein. Nur dann gibt es das Prädikat „Bäuerliches Handwerk“.
Noch sind es wenige Höfe, die die strengen Auflagen erfüllen. Aber ein erster Schritt ist getan, um althergebrachte Kunstfertigkeiten dem vergessen zu entreißen.

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