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Sentres Magazin – Sport & Touren

Das ABC des Schneeschuhwanderns

Mit Schneeschuhen über verschneite Hänge gleiten, die glitzernde Sonne fühlen, die unberührte Natur erfahren? Ein intensives Erlebnis, das ohne alpine Verhaltensregeln jedoch auch sehr schnell gefährlich werden kann.

Die Zeiten, als verschneite Berggipfel im Winter den Skitourengehern vorbehalten waren, sind vorbei. Längst reiht sich das Schneeschuh- wandern ganz vorne unter den beliebtesten Winteraktivitäten ein. Verwunderlich ist dies nicht, erleben Schneeschuhwanderer die Natur pur und weitab von überlaufenen Pisten und Wegen. Schneeschuhwandern muss man nicht lernen, es bedarf keiner besonders teuren Ausrüstung und Skifahren muss man auch nicht können. Aber Vorsicht: Gerade weil Schneeschuhwandern so herrlich unkompliziert ist, wird der eigene Körper oft über- und die alpine Gefahr oft unterschätzt. Worauf sollte ein Schneeschuhwanderer vor und während der Tour achten?

Ausrüstung:
Grundsätzlich braucht es neben üblicher „Winterausrüstung“ noch Schneeschuhe, Wander- oder Skistöcke, gutes Kartenmaterial und evtl. ein GPS-Gerät. Wer sich auch nur zeitweise in lawinengefährdetes Gebiet begibt, muss unbedingt die vollständige Lawinen-Ausrüstung dabei haben: Eingeschaltetes Lawinenverschütteten-Suchgerät (LVS-Gerät), Schaufel und Sonde, dazu wenn möglich Erste-Hilfe-Material, Biwaksack und eine Thermoskanne mit heißem Getränk.

Ausbildung:
Dass man als Schneeschuhwanderer keine Ausbildung braucht, ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Auch wer sich nicht in lawinengefährdetes Gebiet begibt, sollte sich eine Einführung in Lawinen-, Wetter- und Orientierungskunde gönnen (Alpenvereine und Alpinschulen bieten Kurse an). Im Winter sind Steige unkenntlich und viele Markierungen sind nicht zu sehen. Vor allem bei einem Wetterumschwung verliert man schnell die Orientierung. Hier kann entsprechendes Wissen Leben retten.

Zeitplanung:
Schneeschuhwandern ist nicht gleich Bergwandern. Wer glaubt, er könne im Winter dieselbe Strecke an einem Tag bewältigen wie bei der Sommerwanderung, der liegt falsch. Die durchschnittliche Kalkulation für die Gehzeit im Sommer beträgt 300 Höhenmeter und drei Kilometer pro Stunde. Mit Schneeschuhen sollte man 200 Höhenmeter bzw. zwei Kilometer pro Stunde berechnen. Die Berechnung: Die Zeit für die Wegstrecke und jene für die Höhenmeter werden nach oben genanntem Muster berechnet. Dann wird zur längeren Zeit die Hälfte der kürzeren addiert. Beispiel: Ist das Ziel der Schneeschuhwanderung rund sechs Kilometer entfernt und hat 400 Höhenmeter, sind rund vier Gehstunden einzuplanen  (6 km = 3 h, 400 hm = 2 h, also: 3 h + ½ x 2 h = 4 h).

Tourenplanung:
Schneeschuhwandern ohne Lawinen-Ausrüstung ist nur dort ratsam, wo das Gelände offensichtlich nicht lawinengefährdet ist. Gelände unter 20 Grad Hangneigung gilt allgemein als sicher. Stärkere Neigungen erfordern Sicherheit im Interpretieren von Lawinenwarnstufen. Achtung: Auch der Wald ist vor Lawinen nicht gefeit. Bei einer Lawinengefahr ab Stufe 3 sollte man lieber auf einen Ausflug verzichten. Wer dies nicht tun möchte, sollte an jenem Tag auf offiziell benutzbaren Wegen bleiben.

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