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Sentres Magazin – Wellness & Ausgehen

Aprés Ski Musik – das ungeschriebene Gesetz

Ein herrlicher Skitag geht dem Ende zu. Die alpine Sonne, die frische Luft, die herrliche Aussicht auf die schneebedeckten, schroffen Gipfel. Das Gefühl "draußen" zu sein, hatte uns den ganzen Tag über beflügelt, ja, glücklich gestimmt. Doch der rasch sinkende Sonnenstand erinnert kompromisslos daran, daß es bald wieder zu Ende ist mit dem herrlichen Skitag. Oder doch noch nicht ganz?

In praktisch allen Skigebieten im Alpenraum gibt es eine ganz hervorragende Möglichkeit, den wintersportlichen Aufenthalt am Berg, über die recht kurze Verweildauer der Sonne hinaus, zu verlängern. Aprés Ski heißt das scheinbar allerorts beliebte Zauberwort für den pistentechnischen Abgang in die urige Welt der Hüttenunterhaltung. Obwohl so urig nun auch wieder nicht, wohl eher “bärig”, was zumindest in Südtirol sehr oft für massentaugliche Veranstaltungen mit dem Hang zu niveauloser Unterhaltungskultur verwendet wird.

Bereits nach wenigen Minuten des Aufenthalts in so einer Aprés Ski Location ist auch der letzte sonnige Gedanke an den vergangenen Skitag verblasst. Besser gesagt zugeschüttet von den Standard-Billig-Beats dieses undefinierbaren Genres namens “Aprés Ski Musik”. Schlager, Dance, Hip Hop, Pop, Volksmusik und Jodler sind wohl die integralen musikalischen Bestandteile dieses alpinen Pendants der ebenfalls sehr beliebten Ballermann 6 Parties, etwas weiter im Süden Europas zelebriert.

Scheinbar ist es ein ungeschriebenes Gesetz, dass sich Wintersport und andere Musikrichtungen, abseits der oben genannten, nicht vereinen lassen. Musik ist Emotion, ist Stimmung, ist Glücksgefühl. Im besten Fall kommt ein Gefühl von Losgelöstheit, sogar von absoluter Freiheit auf. Aprés Ski Musik mit meist flirty-frivolen Texten und dem unvermeidlichen Schuss Proletenwitz macht Spaß. Vielen zumindest, die mit dem Abschnallen der Skier oder des Snowboards, auch den Sinn für Qualität und Musikkultur, im kalten Schnee vor der Hütte liegenlassen.

Alles kein Vorwurf, keine Anklage. “Jeder soll nach seiner Fasson glücklich werden”, meinte ja auch schon der als recht militärisch rigoros bekannte, preußische König Friedrich II. Allerdings wäre es schon ein interessantes Experiment, in einigen Aprésskilokalen mal knackige Postrock Tracks, atmosphärische Elektronika oder musikantenstadlfremde Volksmusik anzubieten. Entweder via DJ aus den Boxen oder noch besser live und direkt von den Musikern selbst. Aber bitte keine Coverbands. In dem Falle wären wir dann wieder bei den unzähligen und dennoch alle gleich klingenden Dorffestbands, die außer den ewig durchgenudelten “Klassikern”, nix aber auch gar nix mit einer eigenständigen und kreativen Band zu tun haben. Das ist aber ein anderes Thema. Ski Heil und haltet die Ohren steif, soweit es die Musikauswahl zulässt!

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