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Sentres Magazin – Geschichte & Kultur

100 Jahre Vigiljoch

Am 31 August 1912 wurde die Seilbahn auf das Vigiljoch in Betrieb genommen. Es war eine technische Revolution und eine Attraktion für den aufstrebenden Tourismus.

Eigentlich waren es zwei Seilbahnen auf das Vigiljoch, verbunden durch eine gemeinsame Mittelstation auf 861m Seehöhe. Der untere Abschnitt überwand einen Höhenunterschied von 520 Metern auf 18 Stahlstützen, der obere Abschnitt einen Höhenunterschied von 633 Metern auf 21 Stahlstützen. Mit gemächlichen 2 m/s schwebten die Fahrgäste den steilen Hang hoch, der kühlen Luft des Vigiljochs entgegen.

Was vorher geschah
Es war die Geburtsstunde des Vigiljoch als Naherholungszone. Die Grundlagen für diese Entwicklung waren bereits in den Jahre zuvor unten im Tal gelegt worden. Bereits 1850 hatte sich Lana als wirtschaftlich erstarkte Großgemeinde etabliert, auch der wachsende Kurtourismus im nahen Meran wirkte sich aus. 1889 wurde die Promenade in die wildromantische Gaulschlucht errichtet. 1903 folgte eine technische Pionierleistung, das Kraftwerk in der Gaulschlucht. Nur drei Jahre später wurde die Straßenbahnlinie von Meran nach Lana gebaut. Vor allem diese beiden Bauwerke waren notwendiger Anstoß zur Planung und Verwirklichung der Seilbahn auf das Vigiljoch.

Das Projekt
Die Seilbahn war aber nur ein notwendiger Baustein eines größeren Erschließungsprojektes für das Vigiljoch. Das betreibende Konsortium hatte bereits im Vorfeld der Bauarbeiten große Grundstücke oben am Vigiljoch erworben, auf denen Villen und Ferienhäuser entstehen sollten. Natürlich entstanden auch Gasthäuser und bequeme Spazierwege. Das gesamte Projekt wurde massiv beworben, unter anderem entwarf der Künstler Hans Josef Weber-Tyrol Werbeplakate und Postkarten mit Landschaftsdarstellungen des Vigiljochs.

Aufstieg und Niedergang
Bis in die fünziger Jahre hinein blieb die Bahn in Betrieb, dann wurde sie durch eine modernere Variante ersetzt. Gleichzeitig entstand mit der Errichtung von mehreren Schleppliften ein kleines Skigebiet. Viele Kinder und Jugendliche aus Lana und Umgebung standen hier das erste Mal auf Skiern.  Es sind die schönen Erinnerungen einer ganzen Generation. In den 70er Jahren blühte das Vigiljoch nochmals auf, bis es langsam in einen Dornröschenschlaf fiel.

Neuanfang
Wachgeküsst, wenn man das so sagen darf, wurde das Vigiljoch durch den Unternehmer Ulrich Ladurner. Seit 2006 bringt die erneuerte Vigiljoch Seilbahn die Besucher in nur mehr 8 Minuten hinauf zur Bergstation. Oben wartet ein autofreies Wanderparadies in angenehm kühler Bergluft. Gepflegte Spazier- und Wanderwege führen durch lichte Lärchenwälder, vorbei an den stilvollen Ferienhäusern und geschichtsträchtigen Villen, bis hoch zur St. Vigilius Kirche, errichtet auf einem vorgeschichtlichen Kultplatz.

Aus einem vor über 100 Jahren geplanten, ehrgeizigen Tourismusprojekt wurde eine nostalgisch angehauchte Wanderregion, ein Ort des Rückzugs und der Ruhe. Ein Berg aus einer anderen Zeit, aber nur 8 Minuten entfernt.

Reise- und sonstige Tipps am und ums Vigiljoch

  • Mit dem Mountainbike am Vigiljoch und mit dem Rennrad im Tal unterwegs. Möglichkeiten für Radtouren bieten sich zur Genüge.
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