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Klausen

Zwischen Verschlossenheit und Gastfreundschaft

Der Name Klausen leitet sich ab von „claudere“, was soviel wie „schließen“ bedeutet. Zusammengeschlossen, aneinandergepfercht, so drängt sich hier auch Fassade an Fassade. Erker an Häuserwänden, schwere Gitter vor Fenstern. Enge, gleichmäßig gepflasterte Gassen zwängen sich an Kirchen, steinernen Torbögen und schmalen Bürgerhäusern vorbei. Klausen versetzt seine Besucher zurück ins Mittelalter.

An diesem Vorhaben beteiligen sich auch die beiden Burgen: das schwere, weltliche Schloss Branzoll und die weite, verwinkelte Anlage der geistlichen Festung Säben. Das Benediktinerkloster Säben erstreckt sich auf einem markanten Felsen, der zu Fuß über einen abgewetzten Treppenaufgang erklommen werden muss. Efeuüberwuchert, begleitet von bröckeligem Gemäuer und rostigem Geländer, windet sich die Steintreppe empor.

Bereits Albrecht Dürer fand im anmutigen Klausen seine Inspiration. Von den Hängen des Tschanberges herab skizzierte er den Blick über die Dächer, den Kirchturm und die Kastanienbäume im Hintergrund. Ruhig fließt da der Eisack dahin. Über ihn führt eine Brücke in die Stadt. Diese Zeichnung diente als Vorlage für seinen berühmten Kupferstich „das große Glück“.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde Klausen zum beliebten Treffpunkt für Künstler und Gelehrte, deren Werke heute im Stadtmuseum ausgestellt sind. Im 1. Stock befindet sich der berühmte, aus spanischen und italienischen Kunstwerken bestehende, Loreto Schatz. Er wurde um 1700 von der spanischen Königin Maria Annas gestiftet und setzt sich aus Paramenten, kirchlichen Gegenständen, Bildern und anderen Prunkstücken des 16. und 17. Jahrhunderts zusammen.

Doch nicht nur Dichter und Künstler hat die Stadt in ihren Bann gezogen. Viele Reisende machten einst in Klausen halt. Lange Zeit verlief nämlich die Straße vom Brenner nach Süden mitten hier hindurch. Dementsprechend zahlreich verteilen sich traditionsreiche Gasthäuser über die gesamte Ortschaft und heißen noch heute, freskengeschmückt und mit knarrendem Gebälk, ihre Gäste willkommen. Von Verschlossenheit keine Spur.

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