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Kirche Mühlwald

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Kirche Mühlwald

Mühlwald

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Informationen zu Kirche Mühlwald

Eine "St. Gertruden – Kirche" wird zum 1. Mal im Jahre 1383 erwähnt. 1445 weihte Johann von Röttel, Bischof von Brixen, einen neuen Altar zu Ehren der Heiligen Gertraud. 
Bis zum Jahre 1660 gehörte Mühlwald zur Pfarre Taufers. An den Aposteltagen sowie an jedem 2. Sonntag im Monat kam ein Gesellenpriester von Taufers nach Mühlwald. Die Bauern waren verpflichtet, Abgaben in Naturalien an den Pfarrer von Taufers zu entrichten. 
Weil die Kirche bald zu klein war, baute man in den Jahren 1580/1581 eine Martinskapelle dazu. Die Jahrzahl 1581 ist auf einem Weihwasserstein an der Südseite bei der kleinen Kirchentür eingemeißelt. 
Im Jahre 1660 trafen sich der Weihbischof Jesse Perghofer, der Dekan von Bruneck und der Pfarrer von Taufers mit Vertretern der Gemeinde Mühlwald zwecks Errichtung einer eigenen Kuratie. Im selben Jahr wurde Peter Marcher erster provisorischer Kurat. Zum Unterhalt mussten die Gläubigen beitragen. Außerdem erklärte sich die Gemeinde bereit, ein Widum zu erbauen. 
Unter dem Kuraten Matthäus Pramstaller wurde Lappach im Jahre 1724 von Mühlwald abgetrennt und zur eigenen Kuratie erhoben.

Der Bau und die Einweihung  der neuen Kirche 

Johann Nepomuk Schiffer aus St. Martin in Passeier war von 1827 – 1854 Kurat in Mühlwald (Grabstein an der Fassade des Kircheneingangs!). Er stellte im Jahre 1831 den Antrag, eine neue  Kirche zu bauen, da die Bevölkerungszahl recht stark angewachsen war.
Im Jahre 1831 wurde die alte Kirche bis zum Presbyterium abgebrochen; der spätgotische Turm und die Südmauer blieben stehen. 
Den Plan für die neue Kirche im Stil des ausklingenden Barock hat ein gewisser Herr Schwaighofer aus Dietenheim entworfen. Baumeister war Josef Complojer aus dem Gadertal.

Sand, Kalk und Steine mussten von der Bevölkerung mühsam herbeigeschleppt werden. Die Arbeiten am Dachstuhl führte der Zimmermeister Sebastian Berger, Perler aus Sand in Taufers, aus. Im Jahre 1834 wurde die Kirche innen und außen verputzt. Im selben Jahr wurde vom Tischlermeister Angatt aus Welsberg der Hochaltar aufgestellt. Die Seitenaltäre stammen vom Tischlermeister Moosbrugger vom Oberland. Die Kirchenstühle fertigte der Tischler Johann Auer (Oberhaus) aus Mühlwald an.
  
Am 1. September 1838 weihte der Weihbischof Georg Prünster  die Kirche zu Ehren der heiligen Gertraud. Das Hochaltarbild, das Kaiser Franz  Josef spendete, malte Cosrue Dusi aus Venedig im Jahre 1836. Es stellt die Einkleidung der heiligen Gertraud dar. Sie war eine Äbtissin im Kloster Nivelles bei Brüssel und starb im Jahre 659 mit 33 Jahren. Die Statuen der beiden Apostelfürsten Petrus und Paulus stammen vom Bildhauer Rent aus Imst. 
  
Die Altarbilder der Seitenaltäre stammen vom Künstler Franz Hellweger aus St. Lorenzen und stellen Maria mit dem Kinde (rechts) und den heiligen Antonius von Padua (links) dar. 
  
Das große Kruzifix  ist ein Werk des Bildhauers Pendl aus Meran und wurde im Jahre 1860 aufgestellt. 

Ursprünglich malte Herr Brandstätter aus Kötschach im Jahre 1842 die Kirche aus. Die Gemälde waren aber bald verblasst. Daher gab der erste Pfarrer von Mühlwald, Herr Franz Gruber aus St. Jakob im Ahrntal, dem Maler Kluibenschädl von Kintz den Auftrag, die Kuppelgemälde und die Zwickelbilder zu malen (1892 – 1893). 
Das Gemälde über dem Presbyterium zeigt das Herz Jesu als Beschützer des Landes Tirol  (mit Andreas Hofer), die anderen Deckengemälde stellen  einigeSzenen aus dem Leben der heiligen Gertraud dar: die Zurückweisung des Eheantrags Dagoberts, die Einkleidung und den Tod der Heiligen. 
In den Zwickeln sind verschiedene Kirchenväter und Heilige dargestellt. 
Johann Maurer aus Strassen in Osttirol war von 1894 – 1909 Pfarrer in Mühlwald und ließ unter anderem den Hochalter umbauen – über dem Altarbild war eine Darstellung der Heiligen Dreifaltigkeit – und den Tabernakel erhöhen. 
Die Lourdeskapelle wurde im Jahre 1898 erbaut. 
  
Im Jahre 1900 wurde der Glockenstuhl umgebaut und die 6 Glocken, darunter 4 neue, von der Firma Chiapani aus Trient in den Turm hinaufgezogen. Die Stationstafeln aus Terracotta wurden 1905 angefertigt. Im Kriegsjahr 1915 mussten außer dem „Zügenglöcklein“ alle Glocken abgegeben werden. 1922 erhielt die Kirche wieder 6 neue Glocken durch die Firma Achille Mazzola aus Novara.

Was in den letzten Jahrzehnten alles geschehen ist 

Unter dem Pfarrer Josef von Zieglauer (1964 – 1983) wurde die Kirche vom Brunecker Maler Peskoller restauriert, außerdem wurden die Südseite des Kirchendaches neu eingedeckt und der Turm restauriert (1978). Die Kirche erhielt eine Heizung und das Widum wurde umgebaut. 
  
Unter dem Pfarrer Johann Niederegger (1983-1998) wurde das Presbyterium mit Volksaltar und Ambo neu gestaltet; außerdem wurden zwei Beichtstühle geschlossen und die Kirche außen restauriert. Dazu kamen die Erneuerung des Glockenstuhls und der Läuteanlage mit Errichtung von Gegenpendeln sowie eine neue Uhr mit Läuteprogramm, ausgeführt von der Firma Schneider aus Absam. Auch die von Franz Weber aus Oberperfuss im Jahre 1868 erbaute Orgel wurde von der Firma Paolo Ciresa aus Bozen restauriert. In den Jahren 1993 – 1995 erfolgten die Erweiterung des Friedhofs, der Bau der Friedhofskapelle und die Neugestaltung des Zugangs zur Kirche. 
Im Jahre 1993 wurde der Kreuzweg von der Tilgerbrücke bis zum Erler Stöckl mit Stationen von Klaus Kirchler aus St. Johann im Ahrntal errichtet. 
  
Unter dem Pfarrer Anton Auer wurde im Jahr 2002 der Turm von der Dachdeckerfirma Mölgg aus Steinhaus neu eingedeckt. 

Quelle: Gemeinde Mühlwald

 

 

Die Kirche von Mühlwald ist ein Juwel mit vielen Besonderheiten.

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