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Glurns

Eine Handvoll Stadt – unendlich viel Geschichte

Glurns ist klein. Glurns hat nicht ganz 900 Einwohner. Und doch ist Glurns eine Stadt. Eine Stadt mit Bauernhöfen und Kühen. Ein bäuerliches Stadtdorf im Vinschgauer Oberland. Die Sehenswürdigkeit von Glurns ist somit Glurns selbst: ein historisches und urbanistisches Wunderwerk, ein ästhetischer Einzelfall.

Die Ortschaft war damals, wie sie heute ist; denn hier lebt Geschichte weiter. In dicken Stadtmauern mit Eckrondellen, unter imposanten Bögen von Stadttoren, zwischen Gemäuern, in wuchtigen Bürgerhäusern. Alles in der einzigen, von ihren Mauern noch vollständig umschlossenen Ortschaft Südtirols, erzählt von vergangener Zeit.

Aufgrund seiner Lage an der Via Claudia Augusta war Glurns bereits bald nach seiner Gründung bedeutender Verkehrsknotenpunkt. Es wurde zum Umschlagplatz für Salz, Südfrüchte, Schmiedewaren und Gewürze. Der Handel florierte. So erlangte Glurns schnell Reichtum und Bekanntheit.

Doch dann, bei der „Calvenschlacht“ im Jahre 1499, zerstörten Truppen die Stadt vollständig. Zusammen mit danach folgenden Großbränden, Epidemien, dem Dreißigjährigen Krieg und verheerenden Überschwemmungen verursachte dies ihren wirtschaftlichen und politischen Niedergang.

Die Ohnmacht und Verzweiflung der Bürger drückte sich im sogenannten „Mäuseprozess“ aus. Es kam zu einem Verfahren gegen Feldmäuse, welche die heimischen Getreidefelder heimsuchten. Das Verfahren vollzog sich, wie ein richtiger Streitfall, nach allen Regeln der damaligen Rechtswissenschaft. Zeugenverhöre. Klage und Antwort. Rede und Widerrede. Das Glurnser Gericht bot den Übeltätern freien Abzug, falls sie die Ernte verschonen würden. Die Nager gingen jedoch nicht darauf ein.

Heute präsentiert sich die Kleinststadt wieder in all ihrer Pracht. Kunstvoll bemalte Häuserwände, niedrig verwinkelte Laubengänge, Gassen, Nischen, Ecken, der Marktplatz mit den Drei Brunnen und der barock behelmte Kirchturm ergeben zusammen ein reizvoll schlupfwinkliges Stadtbild. Nach dem Wiederaufbau wurde die Stadt immer wieder liebevoll restauriert und damit zum Kleinod alpenländischer Bau- und Wohnkultur.

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