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Gais

"Goas" so sagt man im Dialekt...

über die Namensgebung von Gais erzählt man sich Legenden: In der Gegend soll die Pest heftigst gewütet haben. Nur eine alte Frau und eine Ziege sollen verschont geblieben sein - nach diesem Tier habe man eben "Gais" benannt. Die Wissenschaft geht aber davon aus, dass der Name Gais vom bajuwarischen „Gaitassu“ abgeleitet wurde, was so viel wie „Anschwemmungsland“ bedeutet.

Gais
Tatsächlich liegt Gais direkt am Ufer der Ahr, die im Laufe der Jahrhunderte Geröll und Schlamm angespült hat. Die Stadt Bruneck ist nur 5 km entfernt, der weite Talkessel zieht sich gegen Norden zum Tauferer Ahrntal zusammen, an St. Georgen vorbei führt die Straße nach Gais. Das Gemeindegebiet umfasst die Fraktionen Gais, Uttenheim, Mühlbach, Tesselberg und Lanebach.
Ringsum steigen Berghänge auf, die Dörfer liegen im flachen Talboden. Die sanfte Wiesenlandschaft und Felder werden vom dichten Nadelwald begrenzt.

Architektonische Zeitzeugen
Schon in prähistorischer Zeit war das Gebiet von Gais besiedelt, bei Ausgrabungen wurden Siedlungsplätze an der Gaisinger Pipe und am Kehlburghügel freigelegt. In der Geschichtsschreibung taucht Gais erstmals 985 als „Gaizes“ auf. Die Herren von Taufers ließen sich hier das mächtige Schloss Neuhaus errichten, 1248 war der Bau fertig gestellt. Nach dem Tod des letzten Erben ging das Besitztum an die Grafen von Görz-Tirol über. Ab 1422 lebte hier der berühmte Minnesänger Oswald von Wolkenstein. Heute befindet sich die Burg in Privatbesitz.
Unweit liegt das Pflegerhaus, hier wohnte Oswald von Wolkenstein, nachdem er Neuhaus verlassen hatte. Im Gebäude befand sich der Sitz der Bacherschen Bildhauerwerkstatt. Während der Zeit des Zweiten Weltkrieges lebte hier der bekannte Dichter Ezra Pound.

Von geschichtlichem Interesse ist auch die Pfarrkirche von Gais, sie ist eine der ältesten Kirchen des Landes. Als Gais 1014 durch eine Schenkung Kaiser Heinrichs II. an das Bistum Bamberg übergeben wurde, ließ jenes hier eine große Kirche erbauen. Den Sakralbau weihte man Johannes dem Evangelisten. Die ursprünglich romanische Bauweise hat sich nur im Inneren erhalten. Im Laufe der Jahrhunderte wurden mehrere Umbauten und Erweiterungen vorgenommen, das Gewölbe wurde barockisiert. Anfang des 19. Jh. wurde die Kirche im spätgotischen Stil renoviert. Interessant ist das dicht verfugte, unverputzte Mauerwerk aus Naturstein. Die gotische Friedhofkapelle aus dem 15. Jh. wurde von Umbauten verschont und ist in Originalzustand erhalten.

Zu den historischen Bauten führt der Gaiser Kulturweg. Vorbei an Schloss Neuhaus spaziert man auf Waldwegen, auf dem Rückweg passiert die Straße das Pflegerhaus. Längs des Weges haben Künstler Werke geschaffen, die bekannte Gaiser Persönlichkeiten würdigen.
Angenehm ist auch eine Wanderung am Gaiser Waalweg, der erst kürzlich restauriert wurde. Knapp 2 Stunden dauert die Wanderung durch den dichten Nadelwald.
Anspruchsvoller sind Wanderungen in die nahen Berge. Lohnend ist zum Beispiel eine Wanderung auf die Große Windschar, bis auf 3.020 m windet sich der Wanderpfad.
In der kalten Jahreszeit lassen sich in den Gaiser Bergen angenehme Winterwanderungen unternehmen. Die Skigebiete Speikboden und Kronplatz liegen nahe.

Uttenheim
Archäologische Funde weisen auf eine Besiedelung des Burghügels schon unter römischer Herrschaft hin. Die Burg scheint schon um 1007 bestanden zu haben, als Kaiser Heinrich II. die Anlage dem Bistum Bamberg schenkte. Zu großen Umbauten scheint es im 12. Jahrhundert gekommen sein, als der mit 12 Metern eher niedrige Bergfried neu errichtet wurde. Ein in 4,5 Metern Höhe angebrachtes Tor ermöglichte den Bewohnern der Burg den Turm als letztes Reduit zu nützen und Angreifer abzuwehren. Im Untergeschoß dieses Burgteiles befand sich das Verließ der Anlage. Fertig gestellt wurde der Bergfried im 13. Jahrhundert. Umgeben war die Anlage von einer Ringmauer, die neben dem Bergfried auch einen Palas und eine Burgkapelle umschloss.

Der Palas erstreckte sich über eine Nord- und Südflügel, welche drei Stockwerke hoch waren. Heute ist noch der Südflügel erhalten und dient als Bauernhaus. Die Burgkapelle wurde in quadratischer Form zur selben Zeit wie der Bergfried errichtet. Aus dem 13. Jahrhundert stammt ein Fresko einer Georgsdarstellung. Um 1500 wurde die Kapelle neugotisch umgestaltet, wobei ein Netzrippengewölbe eingesetzt wurde. Während des Barock wurden romanische Malereien am Triumphbogen übermalt, die bei einer Restaurierung 1976 freigelegt wurden.

In der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde das Gericht Neuhaus nach Uttenheim verlegt. Der Pfleger von Uttenheim hatte seinen Sitz in der Burg, wobei er beim beginnenden Verfall der Anlage im 17. Jahrhundert nach Gais übersiedelte.
Quelle (letzte drei Absätze): www.geschichte-tirol.com

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