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Branzoll

Reichtum aus der Etsch

Die ersten Wurzeln des Ortes Branzoll gehen über 2000 Jahre in die Vergangenheit. Aus dieser Zeit wurden am Ausgang des Aldeinerbaches erste Siedlungsspuren festgestellt. Der fruchtbare Moränenuntergrund dieser Gegend war Anziehungsgrund und Bedrohung gleichermaßen.

Nachdem der Ort über Jahrhunderte immer wieder von Etschüberflutungen heimgesucht wurde, kam es erst 1182 zur ersten namentlichen Erwähnung des Ortes "Branzol".  Der wirtschaftliche Aufstieg des Ortes begann schließlich mit dem errichteten Etschhafen in Branzoll. Ein Holz- und Warenumschlagplatz mit eigener Post- und Zollstation entstand. Die goldene Zeit Branzolls nahm ihren Lauf.

Bald schon ließen sich potente Schiffahrtsgesellschaften und Handelsunternehmen im Ort nieder, machten Geschäfte und residierten in den zahlreichen Ansitzen und prächtigen Wohnbauten, die auch heute noch in Branzoll zu sehen sind. Das Transportwesen auf dem Wasserweg florierte und Branzoll wurde zum reichen und wichtigen Ort im nördlichen Südtiroler Unterland.

1859 kam es zu einer auswirkungsstarken Änderung im Branzoller Geschäftsleben. In diesem Jahr kam es zum Bau der Brennerbahn durch die k. k. Südbahngesellschaft. Der Wassertransport auf der Etsch verlor an Bedeutung, der Hafen verlor seine wirtschaftliche Wichtigkeit. Branzoll wurde arm, es kam zu Hungersnöten. Viele Bewohner verließen den Ort, wanderten aus nach Übersee. 

Am Ende des 19. Jahrhunderts begann der Porphyrabbau in Branzoll. Durch die Etschregulierung nahm der Obstanbau stark zu. Der Ort Branzoll konnte seinen Einwohnern wieder ein wirtschaftliches Auskommen garantieren. 

Die bewegte wirtschaftliche als auch kulturelle Vergangenheit von Branzoll hinterlies eine ganze Reihe von historisch höchst wertvollen Gebäudeensembles. Ansitze, Palais und zahlreiche Verwaltungsgebäude stehen verstreut auf dem gesamten Branzoller Gemeindegebiet. Informationstafeln und Stelen vor den jeweiligen Gebäuden bieten dem Besucher die Möglichkeit sich über die Geschichte des Ortes zu erkundigen und seine Gedanken schweifen zu lassen.

Als typisches Unterlandler Dorf bietet Branzoll viele Ausflugsmöglichkeiten zu Fuß, als auch per Fahrrad. Besonders im Frühling verwandeln sich die Apfelplantagen des Unterlandes in ein Blütenmeer. Ein Veranstaltungshighlight und gleichzeitig ein Wiederauflebenlassen der vergangenen Tage Branzolls, ist das “Unterlandler Flößerstechen”. Die Etsch wird dabei zum Austragungsort eines Wettkampfs mit traditionellen Flößen.

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