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Etappe 3: Meraner Höhenweg

Schnals
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Informationen zur Tour Etappe 3: Meraner Höhenweg

Tour Hauptmerkmale

  • Dauer
    8:30 h
  • Strecke
    19.2km
  • Höhenmeter
    1770 hm
  • Höhenmeter
    120 hm
  • Max. Höhe
    2874 m
Von Katharinaberg zur Stettiner Hütte

Wegbeschreibung

In Katharinaberg (1245 m) folgt man der Beschilderung zum Höhenweg und wandert über die Straße aufwärts. Bei der Abzweigung zum Höhenweg (Abstiegsroute vom Vortag) geht man links weiter. Der Anstieg bis zur Einmündung in den Höhenweg ist mit der Wegmarkierung Nr. 28 gekennzeichnet. Bald schon erreicht man den Montferthof (1471 m), das sich als Alternative zur Übernachtung in Katharinaberg anbietet. An den Hängen am Eingang des Pfossentales verschwindet der Weg im dichten Wald. Den eigentlichen Talgrund betritt man bei der Vorderkaser (1693 m), wo man auch auf den Touristenstrom trifft, der mit dem Auto angereist ist. Durch das enge, von steilen Bergen flankierte Tal wandert man gemütlich über den Forstweg zu den Almwiesen der Mitterkaser (1954 m). Ein weites Hochtal empfängt den Wanderer. Im leichten Anstieg führt der Weg vorbei an der Rableid Alm (2004 m) zum Eishof (2071 m), der letzten Einkehrmöglichkeit vor dem Aufstieg zur Stettiner Hütte. Man geht noch eine gute Weile im Talgrund weiter, bevor der Anstieg über die alte Militärstraße beginnt. Gleichmäßig steil geht es über viele Serpentinen aufwärts zum Eisjöchl (2895 m), dem Übergang zwischen Pfossental und Passeiertal hinter dem das Tagesziel, die Stettiner Hütte (2875 m) liegt.

Startpunkt

Katharinaberg

Zielpunkt

Stettiner Hütte

Besonderheiten

Hinweis: Auf der Stettiner Hütte gibt es derzeit (Stand März 2017) nur beschränkte Notunterkünfte, da ein Neubau der Hütte geplant ist. Voraussichtliche Fertigstellung: 2021.

 

Früh schon erinnert mich der Wecker daran, dass heute eine Etappe mit vielen Höhenmetern vor mir liegt. Gnädig hat mir die Wirtin das Frühstück zubereitet, worauf sie hinterlistig lächelnd darauf verweist „Sell war um der Zait in an groaßn Hotel net meglich“ (das wäre um die Uhrzeit in einem großen Hotel nicht möglich). Da muss ich ihr uneingeschränkt Recht geben, denn zumeist begegne ich den ersten Wanderern am Berg erst gegen ½ 11 Uhr! Als ich losmarschiere liegt noch die Nacht überm Schnalstal, erst weiter oben beginnt die Sonne die Bergspitzen im Vinschgau ins erste Licht zu tauchen. Langsam kriechen die wärmenden Strahlen über Katharinaberg und die kleine Ortschaft Karthaus ins Tal. Inzwischen habe ich das Gehöft Montfert hinter mir gelassen. In der Stube brennt Licht; wahrscheinlich sitzen ein paar frühe „Höhenwegler“ beim Frühstück. Am Eingang ins Pfossental verschlingt mich ein üppiger Bergwald, die Stille ist fast schon unheimlich. Ein wenig bedrückt, tief in Gedanken versunken, streife ich durch den Wald aufwärts, der mich immer wieder an Wanderungen im Himalaya-Staat Nepal erinnert. Nun überfällt mich auch noch das Fernweh und ich bin froh bei der Vorderkaser auf regen Verkehr zu treffen, der von einem geschäftigen Parkwächter auf alle erdenklichen, halbwegs ebenen Flächen verteilt wird. Hier am Eingang ins eigentliche Hochtal beginnt das tägliche bunte Treiben. Wanderer und Radfahrer teilen sich den Forstweg, der zwischen dem alten und reichlich mit Blumen geschmückten Gehöft hindurchführt. Die Wanderer sind entweder dabei ihre übergroßen Fahrzeuge auf einem viel zu kleinen Parkplatz abzustellen oder stärken sich in der Gaststube beim zweiten Frühstück, um Kraft zu sammeln für die kurze Etappe hin zur nächsten Einkehrmöglichkeit. Nur eine kleine Katze sitzt verschlafen vor dem Stadel und betrachtet mich, so scheint es mir wenigstens, etwas nachdenklich. Bald schon bin ich bei der Mitterkaseralm angelangt, das Tal wird breit und ganz weit oben schiebt sich ein Gletscherrelikt über den Felsgrat. Die morgendliche Kälte in den Wäldern ist der angenehmen Wärme der ersten Sonnenstrahlen gewichen, ich eile entlang des gemütlich ansteigenden Weges weiter hinein ins Hochtal. Dann und wann hüllt mich ein Fahrzeug, das Nachschub zu den Almen bringt, in feinen Staub. Die Prominenz der Texelgruppe steht nun Spalier. Ganz besonders heben sich die Kleine und die Hohe Weiße mit ihrem hellen Kalkgestein hervor. Beim Eishof hadere ich mit mir selbst, ob ich kurz einkehren und einen Kaffee trinken soll. Ich weiß, dann wird es ohne Apfelstrudel kaum abgehen und der Aufstieg zur Stettiner Hütte ist noch lange. Ich tröste mich mit der gutmütigen Steigung der alten Militärstraße, über die auch eine äußerst bekannte Mountainbike-Strecke zum Übergang „Eisjöchl“ und hinunter ins Passeiertal führt. Nach der Einkehr fürchte ich mich ein wenig vor der Flut der Mountainbiker, die über den alten Plattenweg hinaufradeln oder herunterbremsen werden. Das Fürchten hätte ich mir sparen können … Obwohl es keinen schöneren Tag als den heutigen geben kann, sehe ich weit und breit kein mit Muskelkraft angetriebenes Gefährt. Als ich mich langsam über die Endlosschleife an Serpentinen nach oben quäle, glaube ich das Warum zu verstehen. Eine Königsstrecke auf geduldigem Papier, oder besser gesagt auf einer geduldigen Internetseite ist eine Sache …

Nicht umsonst benutzten die Alpini Soldaten (italienische Gebirgstruppe), die Bauherren dieser wunderbaren Weganlage Maultiere, um ihre Lasten aufs Joch zu transportieren. Obwohl die Straße von der Parkverwaltung in großartiger Handarbeit akribisch instand gesetzt wurde, bleibt sie als „Radweg“ eine ordentliche Herausforderung. In Gedanken versunken habe ich inzwischen das Eisjöchl erreicht. Vor mir breitete sich das Passeiertal aus, hinter mir kann ich das Pfossental überblicken, die Berge der Texelgruppe und der Ötztaler Alpen scheinen mir zum Greifen nahe. Mein heutiges Tagesziel liegt einen Steinwurf entfernt vom Joch und ich hoffe, dass es dort genügend Liegestühle geben wird, um den Tag gemütlich ausklingen zu lassen. Dabei flüstert mir der Wanderteufel ins Ohr: „Siehst du, Frühstück um 10 Uhr hätte es auch getan!“

 

Alternative Übernachtungsmöglichkeiten VOR der Stettiner Hütte:

Eishof: www.eishof.com (– 2 Std. 50 Min.)

Rableid Alm, siehe S. 148: www.rableidalm.com (– 3 Std. 20 Min.)

Jägerrast, siehe S. 146: www.jaegerrast.com (– 4 Std. 20 Min.)

NACH der Stettiner Hütte:

Gasthof Zeppichl, siehe S. 176: www.zeppichl.com (+ 2 Std. 40 Min.)

Pfelderer Hof: www.pfelders-peldererhof.it (+ 2 Std. 50 Min.)

Parken

Katharinaberg

Öffentliche Verkehrsmittel

Mit der Vinschgauer Bahn von Meran bis Bahnhof Naturns und mit dem Bus nach Katharinaberg.

Anfahrt

Über den Vinschgau nach Naturns ins Schnalstal nach Katharinaberg.

Quelle

Meraner_hoehenweg_klein

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