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Barbian

Drei Kirchen und ein schiefer Turm

Im südlichen Eisacktal liegt Barbian entspannt in der Sonne auf dem Berghang, das Rittner Horn stärkt ihm den Rücken. Hier steht der wagemutigste Kirchturm Südtirols: Ganze 1,57 m lehnt er sich aus dem Lot. Ins Wanken kommt er nicht, schief aber sicher steht er im Dorfzentrum.

Der Namen Barbians leitet sich vermutlich vom lateinischen Personennamen Barbius ab, Historiker gehen davon aus, dass der Römer Güter im Gebiet besaß. In der Geschichtsschreibung taucht Barbian erstmals 855 auf, in einem historischen Dokument, das die Besitztümer eines ansässigen Adeligen aufzählt. Zahlreiche archäologische Funde aus den Jahren 15 vor Chr. bis 476 nach Chr. bezeugen, dass sich hier schon viel früher eine Siedlung befand.

Dreimal hält besser
Oberhalb von  Barbian liegt die Fraktion Bad Dreikirchen. Hier befindet sich eine außergewöhnliche Kirchenanlage: Drei Kirchen gotischen Bausstils wurden aneinander gebaut, die Gemäuer der schlichten Gebetshäuser aus dem 13. und 15. Jh. laufen nahtlos ineinander über. Welche Motivation die eigentümliche Bauform hatte ist nicht geklärt, Legenden ranken um ihre Entstehung. Sicher ist allerdings, dass sich auf der Anhöhe schon in vorchristlicher Zeit ein heidnisches Quellheiligtum befand. Um den klerikalen Bau liegen verstreut einige Wohnhäuser auf den Wiesen, der beschauliche Weiler diente schon illustren Gästen wie Sigmund Freud und Christian Morgenstern als Ferienort.

Edelkastanien und süße Zwetschgen, ganzjährig üppige Natur
In den dichten Wäldern im Eisacktal gedeihen weithin geschätzte Edelkastanien, die in der einheimischen Küche traditionell zu allerlei Spezialitäten verarbeitet werden. Ein idyllischer Rundweg führt von Barbian aus durch den Kastanienhain unter hohen Bäumen angenehm dahin, im Herbst ist der Weg mit stacheligen Kugeln und den glänzenden Nüssen gespickt. Dabei kreuzt der Pfad den Weg seines großen Bruders: Der Keschtnweg führt unter Kastanienbäumen von Schloss Runkelstein in Bozen nach Vahrn ins Pustertal. 60 km umfasst der idyllische Wanderweg, er kann etappenweiße bewältigt werden, längs des Weges laden Gasthöfe zu kulinarischen Abenteuern und zum Verweilen ein.
Bekannt ist Barbian auch für seine bekömmlichen Zwetschgen. Dem schmackhaften Kernobst haben die Barbianer ein Fest gewidmet, im September steht hier alles eine Woche lang im Zeichen des süßen Früchtchens: Bei den Zwetschgenwochen zeigen Barbians Gastbetriebe, wie vielfältig und köstlich die Zwetschge sein kann.

Von Barbian aus ziehen sich verschlungene Pfade über die waldigen Hänge auf das Rittner Horn und in die umliegenden Dörfer, die Steige haben unterschiedliche Schwierigkeitsgrade- für jeden Wanderlustigen ist etwas dabei. Sehenswert sind auf jeden Fall die Barbianer Wasserfälle. Das Wasser des Ganderbaches fällt in mehreren Kaskaden über den blanken Porphyrfels, der längste Wasserfall misst 86 m und kommt tosend zur Erde. Ein Wanderweg führt nah an das Naturschauspiel heran.
 

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