Die Kirche des Weilers Durnholz ist ein kleiner kunsthistorischer Schatz

Sarntal

Hop, Fly und "Sarner Kirchte" Humorvoll und schlagfertig sind sie, die Sarntaler. Der charmant blütenreiche Dialekt des Sarners nimmt eine Sonderstellung unter den vielen Tiroler Dialekten ein. Er gilt als besonders eigenständig und unverfremdet. Der "Sarner Witz" ist ein Begriff. Mal rauh und unnahbar, dann wieder schüchtern und zurückhaltend, aber im Grunde immer gastfreundlich und hilfsbereit. Der Sarner, ein Original.

Die enge Sarnerschlucht machte das Sarntal lange Zeit zu einem der unzugänglichsten Täler Südtirols. In alter Zeit soll es schon mal einen Tag gedauert haben, bis man vom Sarner Hauptort Sarnthein die Landeshauptstadt Bozen erreichte. Vieles in Brauchtum und vor allem im Handwerk konnte sich so, abgeschirmt von fremden Einflüssen, Jahrhunderte lang unverändert erhalten.

Die Sarner Traditionen werden am eindruckvollsten auf dem “Sarner Kirchte” zelebriert und gelebt. Eine feierliche Messe, der traditionelle Trachtenumzug mit lokalen Vereinen, festlich geschmückten Wägen und vielen Musikkapellen, den Sarner Schuhplattlern und der Volkstanzgruppe. Am Tag darauf werden auf dem eigentlichen Kirchtag, dem “Sarnar Kirchte-Morkt”, hochwertige Sarner Bauernprodukte angeboten und es wird ausgelassen gefeiert. Der Sommer ist vorüber.

Gerade in den erfrischenden Herbsttagen ist ein Spaziergang im goldgelben Licht der Herbstsonne ein Erlebnis. Das sagenumwobene Schloss Reinegg oberhalb Sarnthein wurde 1263 das erste Mal erwähnt und ist seitdem das Wahrzeichen Sarntheins. Reinegg war früher lange Zeit Sitz des Gerichtes und des Gefängnisses und ist heute ein lohnender Spaziergang in die Sarner Vergangenheit.

Eine wahre Werkschau des Sarner Handwerks ist der “Sarner Advent” in Sarnthein. Auf zahlreichen Ständen finden sich kunstvolle Federkielstickereien, gemütliche Sarner Patschen, filigrane Drechselarbeiten oder handgewobene Textilprodukte aus regionaler Wolle. Vom ursprünglichen Geheimtipp zum wirklichen Verkaufsschlager haben sich seit einigen Jahren die Latschenölprodukte entwickelt.

Die kalte, schneereiche Jahreszeit war wohl die Inspirationsquelle für die erste Südtiroler Skifabrik in Sarnthein. Der “Sarner Ski” mit seinem besonders innovativen Design und seinen hochwertigen Belägen wurde zum sensationsverdächtigen Sportartikel. Der raketenartige Aufstieg im Jahre 1974 war aber jäh beendet. Schon nach 5 Jahren musste der Betrieb 1979 schließen. Die klingenden Ski-Namen Vision, Fly, Kick und Hop gehören seither der Vergangenheit an.